Storch lässt sich nicht überlisten

Viel Grünland, also Wiesen, braucht der Storch, damit er für sich und seinen Nachwuchs genügend Nahrung findet. Bei Kümmersbuch, wo diese Aufnahme entstand, sind die Hahnbacher Störche immer recht fleißig auf Futtersuche. An vielen anderen Stellen im Landkreis lassen sich Störche aber erst gar nicht nieder. Archivbild: Hartl
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
20.10.2014
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Warum stehen eigentlich im Landkreis so viele Storchenhorste leer? "Alles eine Frage des Lebensraums", sagt Oda Wieding, die Weißstorch-Expertin des Landesbundes für Vogelschutz. Da helfen auch keine künstlichen Kotspritzer.

"Ein Horst alleine, und mag er noch so schön sein, nützt nichts, wenn der Lebensraum nicht da ist", benennt Diplom-Biologin Oda Wieding das Problem. Ein Storchenpaar brauche für die komfortable Nahrungssuche eben eine Fläche an Grünland, die so groß ist wie 200 Fußballplätze.

Das werde zwar vielleicht in Hahnbach und Auerbach, den beiden einzigen Orten mit regelmäßig bewohnten Storchenhorsten, nicht ganz erreicht, aber an der Vils bei Hahnbach gebe es viele Feuchtstellen mit einer üppigen Beute-Speisenkarte, und die Auerbacher Tiere bedienten sich da wohl auch im Truppenübungsplatz Grafenwöhr. So genau kann Oda Wieding das aber nicht sagen, denn von den Amerikanern bekomme man "nicht so viele Daten", da bliebe es meistens "eher bei Andeutungen".

Jedenfalls nehme der Storch einen Horst nicht an, wenn er mit dem Grünland-Umfeld nicht zufrieden sei. Und da lässt er sich kaum überlisten. Selbst den alten Trick, dass man Kalkspritzer auf das Dach macht, die wie Storchenkot aussehen und somit vorspiegeln, dass hier mindestens ein Artgenosse lebt oder lebte, durchschaut er meistens.

Ein Baum tut's auch

Aber warum muss es denn immer ein Storchenhorst auf einem Kamin oder einem Turm sein? Nisten die Tiere denn nicht in der freien Natur auf Bäumen? Doch, sagt Oda Wieding, machen sie schon, speziell in den letzten Jahren seien immer wieder einzelne Waldstörche aufgefallen. Meistens suchten sie sich Bäume mit Wipfelbruch aus. Aber die meisten bevorzugten einen Kamin oder Turm. "Der Storch liebt einen hohen Platz und die freie Fläche." Und außerdem habe er hier wohl auch von Baummardern nichts zu befürchten.
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