Stress durch Sport abbauen

Bürgermeister Michael Göth (Zweiter von rechts) hieß Prof. Dr. Susanne Tittelbach (Neunte von rechts), ihr Team und die Mitglieder des Arbeitskreises "Bewegungsförderung Männer 50+" in der guten Stube der Stadt willkommen. Bild: gac
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
05.11.2015
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"Männer sind einsame Streiter", sang Herbert Grönemeyer in einem seiner größten Hits. Ob das wohl ein Grund ist, warum die Angebote der Sportvereine von Männern über 50 so wenig angenommen werden? Ein Projekt soll das klären.

2500 zufällig ausgewählte Männer über 50 Jahre aus der Herzogstadt erhielten im Juni einen Fragebogen. Sie sollten Auskunft geben über ihr Bewegungsverhalten und die Gründe dafür. In der ersten Sitzung des Arbeitskreises "Bewegungsförderung Männer 50+" stellte die Projektleiterin Prof. Dr. Susanne Tittelbach (Uni Bayreuth) nun im Rathaussaal Ergebnisse der Befrahung vor.

Starker Abfall

"Ich bin persönlich noch nicht betroffen, weil ich noch nicht 50 bin, aber mehr bewegen könnte ich mich auch", leitete Bürgermeister Michael Göth die Sitzung ein. Viele Mediziner, Vertreter von Sportvereinen, Unternehmen und Behörden waren gekommen. Bei Männern beobachten die Sportwissenschaftler einen starken Abfall der körperlichen Betätigung nach dem 45. Lebensjahr. Bei Sportangeboten für Ältere dominieren Frauen. Allein das könne auf Männer abschreckend wirken, gab Prof. Tittelbach zu bedenken.

Dr. Helmut Strobl (Uni Bayreuth) bedauerte, dass nur 415 der Angeschriebenen die Fragen der Projektgruppe beantwortet hätten. "Wer den Fragebogen noch zu Hause herumliegen hat, kann ihn gerne noch ausfüllen und zurückschicken, denn die Auswertung ist nicht abgeschlossen", erläuterte er.

Knapp drei Viertel der Befragten waren mindestens 2,5 Stunden pro Woche körperlich aktiv, trieben also Sport, wanderten oder arbeiteten im Garten. Diese Aktiven motiviert der Erhalt ihrer Gesundheit, das gute Gefühl bei und nach dem Sport und der Stressabbau. Die Inaktiven gaben als Hauptgründe an, dass sie den "inneren Schweinehund" nicht überwinden könnten, es zu anstrengend sei oder ihnen kein Angebot zusage.

Diese Inaktiven zu motivieren, ist das Hauptziel der Arbeitsgruppe. Einige hatten sogar konkrete Vorstellungen, was sie zum Sport bewegen könnte: Medizinische Betreuung, bessere Information und sichere Wege zum Walken wurden hier genannt.

Nur für "einsame Streiter"?

Hausarzt und Stadtrat Dr. Armin Rüger wies darauf hin, dass viele seiner älteren männlichen Patienten regelmäßig in Fitness-Studios gehen. Hier sei die Möglichkeit der körperlichen Betätigung nicht mit einer Vereinsbindung oder einer Wettbewerbssituation verbunden.

Er regte an, die Inhaber der Studios in Sulzbach-Rosenberg zur Arbeitsgruppe einzuladen, um deren Angebote für die "einsamen Streiter" besser kennenzulernen.

Das Fazit der Teilnehmer war überwiegend positiv: Die Ergebnisse sind interessant, und die Fortsetzung des Projekts lohnt sich. Das nächste Treffen findet noch im November statt.
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