"Sulzbach-Rosenberg hilft" sucht nach Unterkünften und Arbeitsplätzen - Aktuell etwa 60 ...
Flüchtlinge: Ansturm im Sommer erwartet

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
08.03.2015
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Bürgermeister Michael Göth wollte es ganz genau wissen. "Wie viel Zeitaufwand steckt denn eigentlich hinter dem Projekt?", fragte er die Initiatoren von "Sulzbach-Rosenberg hilft". Die Antwort kam von Michael Kernl: "Naja, so fünf Vollzeitstellen werden es schon, was alle miteinander machen." Es gebe engagierte Menschen, die bis zu 30 Stunden pro Woche mit den Asylbewerbern Ämtergänge erledigen und im Alltag helfen.

Der Kreis der Unterstützer sei zwar mittlerweile etwas abgebröselt, aber nach wie vor sei ein harter Kern, 25 bis 30 Leute, voll dabei. Die Arbeit bestehe nicht nur aus Telefonaten, E-Mails und Protokollen. Es gehe vor allem darum, Flüchtlingen Chancen und Perspektiven zu ermöglichen. "Ihnen soll nicht Tag für Tag 24 Stunden lang die Decke auf den Kopf fallen", betonte Hans Lauterbach.

Positivere Stimmung

Deshalb kämen viele Asylbewerber zu den Treffen der Organisation, die alle drei Wochen im Jugendtreff Hängematte stattfinden. Dabei gibt es laut Lauterbach zwei Ebenen: "Wie leben Flüchtlinge in Deutschland zum einen und strukturelle Sachen zum anderen." Im Vergleich zu früher bemerkten die Initiatoren nun einen wesentlich positiveren Umgang mit den Themen Integration und Flüchtlingshilfe. Das bestätigte Philipp Rösel: "Die Menschen wollen wissen, was die beste Lösung für die Problematik ist." Und die Antwort laute definitiv nicht prompt: Abschiebung.

Die Macher von "Sulzbach-Rosenberg hilft" sind der Meinung, dass Integration durch manche Gesetze nicht gefördert werde. Um die Distanz zwischen den Kulturen zu minimieren, soll ein Wochenendseminar mit dem Titel "Interkulturelle Kompetenz" mögliche Barrieren und Unterschiede aufzeigen. Ein Beispiel: "Hände schütteln - so etwas kennen die Syrer nicht, und wissen gar nicht, wie sie auf eine entgegengestreckte Hand reagieren sollen", beschrieb Philipp Rösel die Problematik. "Mit fünf Leberkässemmeln und fünf Flaschen Bier wäre für uns die Sache gelöst", witzelte Lauterbach. Doch so einfach sei es eben nicht. Wie bei dem Treffen zu erfahren war, leben ungefähr 60 Asylbewerber im Stadtgebiet, verteilt auf viele kleine Häuser. Sie nähmen die Angebote der Organisation dankend an und seien bestrebt, möglichst schnell die deutsche Sprache zu erlernen. Derzeit gebe es fünf Kurse, momentan sei das auch ausreichend.

Sorgenfalten im Gesicht

Michael Kernl wagte einen Blick in die nähere Zukunft - mit Sorgenfalten im Gesicht: "Wir haben weiterhin unseren Notfallplan in der Schublade und glauben: Im Sommer wird's rundgehen. Denn im Frühjahr kommen die meisten Flüchtlinge nach Deutschland." Für die anerkannten Asylanten müssen jetzt Unterkünfte und Arbeitsplätze gefunden werden.
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