"Sulzbach-Rosenberger Kanon der Literatur" im Literaturhaus vorgestellt
Lieblingsbuch nun verewigt

Spannende Inspiration von Bücherfreunden für Bücherfreunde: Im Literaturhaus Oberpfalz präsentierte Buchhändler und Herausgeber Ralf Volkert den "Sulzbach-Rosenberger Kanon der Literatur". Bild: aks
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
18.11.2015
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Was haben ein Wanderführer und ein Literaturkanon gemeinsam? Buchhändler Ralf Volkert hat mit beiden Ideen geliebäugelt, sich dann aber doch für den Kanon entschieden, mit dem er nun im Literaturhaus Oberpfalz Premiere als Herausgeber feierte.

97 Autoren

"Ernst, aber nicht bierernst" hatte er 97 erklärte Bücherfreunde aller Alters-, Ausbildungs- und Berufsklassen um einen kurzen Text zum persönlichen, prägenden Lieblingsbuch gebeten. Herausgekommen ist eine einzigartige Sammlung, in der Populäres den gleichen Stellenwert genießt wie Weltliteratur und Sachbücher keineswegs hinter Prosa zurückstehen.

Zum Reiz der extravaganten Mischung gesellt sich der Spaß am neugierigen Blick auf die Auswahl mehr oder weniger bekannter Persönlichkeiten der Region. Eines eint jedoch alle Beiträge: Die unbändige Freude an Literatur und Lesen in der Herzogstadt und weit darüber hinaus. Um den Jung-Kritikern die gebührende Ehre zu erweisen, wartete Volkert mit einem "Großkritiker live und in Farbe" auf: Hans Zacharias ließ Marcel Reich-Ranicki auferstehen und widmete sich dem Auflagenhit des Müller-Verlags, der "trotz mehrerer Anfragen" keinen Eingang in den Kanon gefunden hat. Und das obwohl das Telefonbuch Amberg/Weiden/Schwandorf "hochkomplex" und voller "versteckter Hinweise auf Berufe und Orte" sei.

Die launig-hintersinnige Kurve zur legendären, mit Sulzbach-Rosenberg verbundenen Schriftsteller- und Kritikergruppe 47 gelang anschließend der Hausherrin Patricia Preuß. Sie verlas angemessen sachlich, was Helmut Heißenbüttel einst in einer der berühmt besetzten, literarischen Gruppendiskussionen zu Protokoll genommen hatte.

Gespannt und stolz

Danach schlug aber wieder die Stunde der Laien-Kritiker, die sichtlich gespannt und stolz ihre Ausgabe des "Sulzbach-Rosenberger Kanons der Literatur" mitsamt fröhlich-buntem Herzogstädter Lesezeichen in Empfang nahmen. Und weil Lesefreude zu den ansteckenden Vergnügungen zählt, ist das Werk auch für 14,90 Euro käuflich bei der Buchhandlung Volkert zu erwerben. Dem zurückgestellten Wanderführer für die Region steht nach diesem Premieren-Erfolg eigentlich auch nichts mehr im Weg.
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