Titel jetzt mit Leben erfüllen

Schulleiter Dieter Meyer (links), Landrat Richard Reisinger (Zweiter von links), Bürgermeister Michael Göth (dahinter), Studienrat Alexander Voss (daneben) und Projekt-Pate Christoph Rolf (Mitte) freuen sich zusammen mit Schülern des Q11-Projektseminars über die Auszeichnung "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage". Bild: ksb
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
12.07.2015
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"Wir waren schon immer intolerant gegen Intolerante", brachte es Landrat Richard Reisinger auf den Punkt. Denn was zu tun ist, wenn Menschen wegen ihrer Herkunft, Hautfarbe, Sprache oder Religion diskriminiert werden, das hat die Schulfamilie des Herzog-Christian-August-Gymnasiums (HCA) für sich ganz klar beantwortet.

Mit der Gründung der Schülerinitiative "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" wollen die Jugendlichen zusammen mit ihren Lehrern ein deutliches Zeichen gegen Diskriminierung setzen.

Bereits seit September vergangenen Jahres beschäftigen sich Schüler der Q11 im Seminar unter der Leitung von Studienrat Alexander Voss mit dem Anti-Diskriminierungs-Projekt. Ursprünglich 1988 von Schülern und Jugendarbeitern in Belgien entwickelt, kam die Idee, gegen Gewalt, diskriminierende Äußerungen oder Handlungen Stellung zu beziehen und sich offen mit derartigen Problemen auseinander zu setzen aber so gut an, dass sich inzwischen Hunderttausende Schüler in Belgien, den Niederlanden, Österreich, Spanien und Deutschland daran beteiligen.

1792 Schulen dabei

In der Bundesrepublik wurden in den vergangenen Jahren bereits 1792 Bildungseinrichtungen mit dem Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" ausgezeichnet. Sie alle haben sich in unterzeichneten Erklärungen verpflichtet, hinzuschauen, wo andere wegschauen, damit Diskriminierung und rechtes Gedankengut keinen Nährboden finden. Als Pate des Projekts konnte das HCA Christoph Rolf gewinnen. "Wir alle sind Steine des Fundaments, auf dem unsere Gesellschaft künftig stehen wird. Vielfalt bereichert. Je bunter, desto besser", so der Studioleiter und Chefredakteur des lokalen Fernsehsenders OTV.

Auch Bürgermeister Michael Göth sprach sich für gelebte Integration aus. "Wir möchten in Sulzbach-Rosenberg eine Willkommenskultur leben", so das Stadtoberhaupt.

Um Diskriminierung in jeglicher Form langfristig die Stirn zu bieten, sollen auch künftig in regelmäßigen Abständen Veranstaltungen stattfinden, die die Schüler sensibilisieren. Bei einem ersten Aktionstag mit themenspezifischen Workshops war es dann soweit. Im Beisein von Rolf, Landrat Richard Reisinger und Bürgermeister Göth bekam das HCA von Marina Miksch an diesem "Toleranz-Tag" den Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" verliehen. Nach der Walter-Höllerer-Realschule, die seit 2011 an dem Projekt teilnimmt, ist nun auch das Sulzbach-Rosenberger Gymnasium offiziell Teil des europaweiten Demokratie-Netzwerkes.

Mit Courage

"In einem ersten Schritt habt Ihr Euch entschieden, hinzuschauen und mit Courage zu handeln. Nun gilt es dem Titel Tag für Tag Leben einzuhauchen", so Miksch von der Landeskoordination in Würzburg. "Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden", betonte Schulleiter Dieter Meyer, der mit den Worten Rosa Luxemburgs an die Verantwortung jedes Einzelnen für ein friedliches Miteinander appellierte.
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