Tropische Temperaturen am Kirwabaum

Die neun Kirwapaare sind komplett und ziehen mit Musi, Fassl und Bätzn durch Breitenbrunn.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
31.08.2015
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"Broinbrunner samma, läi' ma uns nix g'falln. Zouhaua däi' ma, dass d'Schädl owafalln" - so martialisch die Gesänge der Breitenbrunner Kirwaleit' bisweilen klangen: Ihr Fest verlief harmonisch und fröhlich. So, wie es eben auch sein soll.

(rlö) Das einzige Scharmützel, das am Kirwasonntag geschlagen wurde, war die Hitzeschlacht beim Baumaustanzen. Aus ihr gingen Alexandra Scherer und Roland Maurukas als neues Oberkirwapaar hervor.

Zug von Haus zu Haus

Ein Prachtbaum stand am Sonntag im Breitenbrunner Tal für eine gute halbe Stunde im Brennpunkt. Bevor es aber ans Austanzen ging, mussten sich die Schaulustigen noch ein wenig in Geduld üben. Schließlich hatten sich die Kirwamoila nach altem Brauch auf verschiedene Anwesen verteilt und mussten von ihren Boum erst einmal eingesammelt werden. Der Zug der Burschen, voran das Kirwafassl und der Bätz, dazu die Kirchenreinbacher Spitzboum, machte Station bei den Familien Eger und Sörgel sowie beim Kirschner-Bauern. Jedes Mal wurden die Boum fündig.

Schier unüberschaubar

Als die neun Kirwapaare dann schließlich gegen 16 Uhr beim Gasthaus Mutzbauer eintrafen, gab es auf der Festwiese noch etliche leere Bänke - die tropische Hitze mit weit über 30 Grad forderte ihren Tribut. Erst ab dem Spätnachmittag füllten sich die Reihen, und am Abend bot sich das für die Breitenbrunner Kirwa gewohnte Bild: Ein schier unüberschaubares Gewurl von Menschen.

Den Temperaturen war es auch geschuldet, dass auf dem Kirwapodium nicht nur Bier, sondern etliche Wasserflaschen bereit standen, um die Akteure gut über die Runden zu bringen. Alt-Kirwamatador Gerhard Sörgel hatte den Wecker, der schon fast die Größe einer Suppenschüssel aufwies, eingestellt, und mit einem Kirwa-Gsangl drehten die Paare ihre erste Runde um den Baum.

Bairische wechselten mit Landlern und Schottischen. Gerade, als der Strauß wieder einmal weiter gereicht war, rasselte der Giga-Wecker: Alexandra Scherer aus Breitenbrunn, zum fünften Mal als Kirwamoil dabei, und ihr Partner Roland Maurukas aus Amberg, ein Kirwa-Neuling, waren zum Oberkirwapaar gekürt. Viel Hallo und noch mehr Beifall begleiteten den Ehrentanz um den Baum, und dann konnte das Kirwageschehen seinen weiteren Lauf nehmen. Zur Unterhaltung der Gäste spielte die Kapelle Nasowos zünftig auf, Küche und Keller des Wirtshauses Zu den Sieben Quellen sorgten für Speis und Trank. Die Kirwapaare waren eifrig unterwegs, um ihre Lose an den Mann zu bringen. Eines davon sollte dann ja am Kirwamontag Abend bei der Ziehung den Kirwabaum als Hauptpreis bedeuten.

Besuchermagnet Noukirwa

Traditionell ist bei der Kirchweih im Breitenbrunner Tal die Noukirwa am Montag der Haupt-Besuchermagnet, und entsprechend massiv war auch der Besucherzustrom. Alles wollte noch mal so richtig feiern an diesem vermutlich letzten Hochsommer-Tag, richtig deftig essen zur frischen Maß, denn was in Bayern generell gilt, hat an einer Kirwa bekanntlich doppelt Gewicht: "Guat essn und trinken halt Leib und Seel z'samm!"
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