Trotz des Alters richtig attraktiv

Geschäftsführer Alfred Pilhöfer und Planerin Martina Dronzella von der IT-Wohnbau GmbH erläutern Stadtbaumeisterin Petra Schöllhorn und Bürgermeister Michael Göth (von links) die Sanierung.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
03.02.2015
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Das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept hat interessante Erkenntnisse für die Altstadt gebracht: Sie ist ein wichtiger Standort für das Wohnen. Hier leben etwa 6,5 Prozent der Einwohner. Die Attraktivität ist also gegeben. Leerstände warten dort auf eine Frischzellenkur. Wie das geht, weiß Bauherr Alfred Pilhöfer.

Stadtbaumeisterin Petra Schöllhorn ergänzte bei einem Ortstermin in der Kunst-Fischer-Gasse 21, dass die Hauhaltsbefragung zudem eine hohe Bindung der Altstadtbewohner an ihre Wohnung ergab. Nur fünf Prozent der Befragten ziehen einen Wegzug raus aus der Altstadt in Erwägung.

Stau in der zweiten Reihe

Gegenüber Bürgermeister Michael Göth, Geschäftsführer Alfred Pilhöfer und Planerin Martina Dronzella von der IT-Wohnbau GmbH ergänzte Schöllhorn, dass sich bei den Erhebungen zur Gebäudesubstanz der oberflächliche Eindruck, den man bei einem Spaziergang durch die Altstadt gewinnt, bestätigte: In den Hauptlagen wie Rosenberger Straße, Luitpoldplatz, Neustadt oder Neutorgasse ist ein hoher Sanierungsstand festzustellen. Die Seitenlagen beziehungsweise die zweite Reihe ist dagegen durch einen hohen Sanierungsstau gekennzeichnet.

"Die Altstadt ist als Wohnraum attraktiv und es ist erfreulich, dass auch Baubewegung in die Seitenlagen wie die Kunst-Fischer-Gasse kommt. Absolut zentral und trotzdem ruhig gelegen, von fast keinem Verkehrslärm tangiert, wird gerade die Kunst-Fischer- Gasse 21 grundlegend saniert", erläuterte die Stadtbaumeisterin.

Heizen mit Pellets

Für Bauherr Alfred Pilhöfer ist das Wohnen in der Altstadt nicht automatisch mit hohen Energiekosten verbunden. Zunächst stand für ihn die hochwertige energetische Sanierung des Gebäudes mit rund 100 m2 Wohnfläche nach den Anforderungen der KfW auf dem Programm. Nach einer vollständigen Entkernung des Gebäudes werden sämtliche Installationen wie Elektro, Sanitär und Heizung - es wird ein Holzpelletskessel eingebaut - erneuert. Da Parkplätze rar sind, errichtet Pilhöfer einen Carport. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf 130 000 Euro.

Wie der Bauherr beim Ortstermin in der Kunst-Fischer-Gasse weiter ergänzte, legt er auch großen Wert darauf, dass die Sanierung des Einfamilienhauses entsprechend der städtischen Gestaltungssatzung läuft. Das wiederum freut die Stadt als Untere Denkmalschutzbehörde, dass es für den Bauherrn eine Selbstverständlichkeit ist, unglasierte, rote Biberschwanzziegel zu verwenden. Und für Pilhöfer kommen auch nur Holzfenster in Betracht.

"Häuser in der Altstadt müssen ein gewisses Flair ausstrahlen, sich harmonisch in die historische Bausubstanz einfügen und dann fühlt sich auch der Bewohner wohl", ist Schöllhorn überzeugt. Und schon im Frühjahr soll es in diesem Bereich mit der Sanierung eines Einzeldenkmals weitergehen. Auch dort soll qualitätsvoller Wohnraum nach Jahrzehnten des Leerstands neu geschaffen werden. Bürgermeister Michael Göth freute sich über die Verringerung der Leerstände und verwies auf die Mithilfe der Stadt. Er dankte Pilhöfer für seine vorbildliche Arbeit und wünschte sich, dass dieses Beispiel viele Nachahmer findet.
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