Über 30 Radltouren auf ehemaligen Bahntrassen
Strampeln, wo einst der Bockl schnaufte

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
30.05.2015
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Eva Krötz hat die Wanderschuhe in die Ecke gestellt und sich für ihr neuestes Buch aufs Radl geschwungen. Bisher war die Regensburgerin mit Ferienhaus in Böhmischbruck als Autorin auf dem Goldsteig, im Oberpfälzer und Bayerischen Wald unterwegs. In ihrem neuesten Werk beschreibt sie die schönsten Touren auf Bahntrassen in Bayern.

Die meisten Routenpunkte auf der Übersichtskarte finden sich in Ostbayern. Eine besonders attraktive rangiert als Nummer 15 unter dem Titel "Auf den Spuren von Eslarner und Schönseer Bockl". Zwei bis drei Tage empfiehlt Krötz für die 160 Kilometer lange Runde von Weiden über Neustadt, Vohenstrauß und Eslarn nach Tillyschanz und Ples. Weiter geht es von Schönsee hinab nach Oberviechtach sowie Nabburg und über Pfreimd und Wernberg-Köblitz zurück nach Weiden.

Eine weitere Runde verbindet zwei Bahntrassen im Jura von Schmidmühlen durchs Vilstal nach Amberg. Dort folgt der Schweppermann-Radweg der ehemaligen Bahnlinie Amberg-Lauterhofen nach Kastl und zurück zum Ausgangspunkt. Wie bei allen anderen Touren ergänzen Einkehrtipps, Hinweise auf Übernachtungsmöglichkeiten und auf Sehenswürdigkeiten, die direkt an der Strecke liegen, oder einen kleinen Abstecher wert sind, die Beschreibungen. Den Vizinalbahnradweg von Wiesau über Tirschenreuth nach Bärnau hat die Autorin mit einer Rückfahrtvariante über den Liebenstein-Stausee und Beidl zu einer Rundtour aufgewertet. Ausgangspunkt ist der Bahnhof Wiesau. Bedauerlich, aber dafür kann kein Schriftsteller etwas, dass bei der Anreise mit der Bahn fürs Rad eine extra Fahrkarte gelöst werden muss. Es ist noch nicht lange her, da war das auch in der nördlichen Oberpfalz wie beispielsweise in den Nahverkehrszügen in Thüringen und Sachsen-Anhalt kostenlos möglich.

Insgesamt hat Krötz über 30 Vorschläge im ganzen Freistaat zusammengefasst, die entweder nur abschnittsweise oder komplett auf alten Gleisverläufen angelegt wurden. Sie will damit Eisenbahnfreunde ebenso ansprechen wie Familien mit Kindern, die autofreie Wege bevorzugen. Aber auch ambitioniertere Sportler, die sich vor Anstiegen nicht scheuen, sollen auf ihre Kosten kommen. Eine Besonderheit weist die Schwabentour ins Donau-Ries mit der Durchquerung des 125 Meter langen einzigen Radtunnels Bayerns in Donauwörth auf.

Eva Krötz "Bahntrassenradeln in Bayern" J. Berg Verlag, München 2015, ISBN 978-3-86246-049-6
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