Über 5000 Besucher in der Sulzbacher Synagoge
Starkes Interesse an jüdischer Kultur

Rabbiner Dr. Elias Dray präsentiert mit der alten Sulzbacher Thorarolle eine kleine Sensation. Im nächsten Jahr wirde sie für eine Ausstellung zeitweise an ihren Ursprungsort zurückkehren. Bild: Royer
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
13.11.2015
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Seit ihrer Eröffnung als Erinnerungs- und Begegnungsstätte hat die ehemalige Synagoge schon mehr als 5000 Besucher gesehen. Dies werten Bürgermeister Michael Göth und Stadtarchivar Johannes Hartmann als klares Zeichen des Interesses an der jüdischen Kultur in der Herzogstadt. Andererseits zeigten die Zahlen, dass das museale Konzept von den Gästen angenommen wird.

Die Sulzbacher Synagoge legt in mehrfacher Hinsicht Zeugnis ab von einer ereignisreichen jüdischen Vergangenheit seit der ersten Erlaubnis zur Ansiedlung im Jahr 1666 unter Herzog Christian August bis in unsere Tage. Heute ist es möglich, mit einer aus dem Jahr 1793 stammenden Sulzbacher Thorarolle eine Brücke in die Ausstellung der Synagoge zu schlagen. Die jüdische Kultur ist also nicht vergessen, im ehemaligen Gebetshaus bleibt sie allgegenwärtig.

Mit Originalexponaten

Das Konzept der Dauer-Präsentation deckt unter dem Überbegriff "Toleranz und Geistesfreiheit" die drei Bereiche "Juden in Sulzbach", "Hebräische Druckereien" sowie "Bibelstadt Sulzbach" ab. Die Bau- und Nutzungsgeschichte wird an zwei Hör- und Computerstationen dargestellt, ergänzt durch Originalexponate. Die dreiteilige geschichtliche Dokumentation lässt die große Tradition jüdischer Kultur in Sulzbach wieder lebendig werden.

Eindeutige Sprache

Es freut die Verantwortlichen außerordentlich, dass mit der Umsetzung des Vorhabens ein weiterer bedeutender Stein ins reiche historische Mosaik der Herzogstadt eingefügt werden kann. Und die Annahme durch die Bevölkerung spricht einen eindeutige Sprache: Seit 2013 zählte die Synagoge 4949 zahlende Besucher, dazu kommen noch einige hundert sonstige Gäste.

Seit der Vorstellung der Inneneinrichtung gab es 181 Führungen, 30 Schulklassen interessierten sich für die jüdische Vergangenheit und zahlreiche Besucher nutzten auch das Kombiticket in Verbindung mit dem Stadtmuseum.

Das ehemalige jüdische Gotteshaus bietet auch für Lesungen und Musikveranstaltungen Raum. So gastiert am Sonntag, 15. November, der Chor Simcha der jüdischen Kultusgemeinde Nürnberg-Erlangen. Im neuen Jahr tritt am 29. Januar die Global Shtetl Band sowie am 10. März das Duo Burstein und Legnani. Zur 350. Wiederkehr der Ausstellung des ersten Schutzbriefes an Feustel Bloch sind im Februar ebenfalls Feierlichkeiten geplant. Dabei wird auch die historische Thorarolle ausgestellt.
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