Überlebenskampf im Winter

Flüchtlinge vor dem IS-Terror kommen in einem Lager im nordirakischen Kurdengebiet an. Dort hilft Shelter Now. Bild: hfz
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
23.12.2014
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Die Terrorbanden des Islamischen Staates ziehen mordend durch den Irak, Tausende Menschen sind auf der Flucht, lassen Häuser und Habe zurück, laufen um ihr Leben. In den Lagern im nordirakischen Kurdengebiet sind Hunderttausende auf Hilfe angewiesen. Georg Taubmann aus Rosenberg organisiert die Hilfe.

(rlö) Die Menschen brauchen Nahrung, Decken, Öfen für den Winter. Shelter Now International startete in der Stadt Erbil eine Winterhilfsaktion. Die Medien haben ausführlich berichtet: Hunderttausende Flüchtlinge, die grausamste Dinge erlebten, sind im Norden des Irak gestrandet. In Zeltlagern herrscht himmelschreiendes Elend.

Das christliche Hilfswerk "Shelter Now" will hier nicht tatenlos zusehen. Udo Stolte, Leiter von Shelter Germany in Braunschweig, zur SRZ: "Wir wollen möglichst vielen Flüchtlingen helfen und haben unseren Mitarbeiter Andreas Ziehr in das Kurdengebiet geschickt". Ziehr hat inzwischen in der Stadt Erbil eine christliche Gemeinde gefunden, die bereit Tausende von vertriebenen Jesiden und Christen unterstützt, mit Trinkwasser, Nahrung, Decken, einem Dach über dem Kopf.

Winter im Zelt

Da alle festen Gebäude hoffnungslos mit Flüchtlingen überfüllt sind, müssen die meisten in Zelten unterkommen. Die Mitglieder der Kirche arbeiten unermüdlich, fast alle ehrenamtlich, um die Notleidenden zu versorgen. Damit die Vertriebenen über den Winter kommen können, benötigen sie neben Nahrungsmitteln und Decken vor allem kleine Petroleumöfen und Brennstoff. Alles wird auf heimischen Märkten beschafft.

Wer das Winterhilfsprojekt unterstützen möchte, kann schon mit kleineren Beträgen wirksam helfen (siehe Kastenmeldung). So kosten Decken für eine fünfköpfige Familie rund 25 Euro, ein Petroleumofen 60 Euro, Brennstoff für den Winter rund 170 Euro.

Georg Taubmann aus Sulzbach-Rosenberg, der Leiter von Shelter Now International, hält sich über die Weihnachtsfeiertage in seiner Heimatstadt auf. Im Gespräch mit unserer Zeitung informierte über einige aktuelle Aktionen der Hilfsorganisation in Afghanistan. "Seit mehr als acht Jahren unterstützen wir Waisenkinder in Faizabad - zumeist täglich mit frischen Broten, ab und zu auch mit neuer Kleidung.

Ausbildung ermöglicht

Nun scheint auch ein lang gehegter Wunsch der Shelter Mitarbeiter Natalie und Corey Marshall in Erfüllung zu gehen. "Die US-Amerikaner, die das Waisenhaus leiten, haben mit Shelter-Unterstützung ein Projekt gestartet, mit dem wir Jugendlichen eine Ausbildung ermöglichen."

Man beschaffte handbetriebene Nähmaschinen, an denen jetzt Jungen zwischen 14 und 18 Jahren das Schneiderhandwerk erlernen. Marianne und Georg Taubmann überzeugten sich vor wenigen Wochen bei einem Besuch vom Erfolg des Ausbildungstrainings, das die Jungen voller Begeisterung absolvieren.
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