Um Bewerber-Gunst wetteifern

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
21.11.2014
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Bei der Stadtverwaltung erreichen in den nächsten Monaten und Jahren 14 Mitarbeiter das Renten- oder Pensionsalter. Von daher gilt der Nachwuchsfrage ein großes Augenmerk. Intensiv erörtert wurde dieses Thema bei der Jubilarehrung der Kommune.

In einer Feierstunde ehrte die Stadt acht Arbeitsjubilare, zwei Mitarbeiterinnen, die in den Ruhestand verabschiedet wurden, sowie eine, die in die Freistellungsphase der Altersteilzeit wechselte. Die Betroffenen durften sich über viel Lob für ihre Tatkraft, ihr Engagement und ihre Motivation freuen. Der festlich geschmückte Rathaussaal und die jungen Akteure der Städtischen Sing- und Musikschule gaben dem Festakt einen würdigen Rahmen.

Zuwachs von 0,6 Prozent

Nach dem musikalischen Einstieg erinnerte Bürgermeister Michael Göth, dass die Zahl der Geburten im Freistaat 2013 gegenüber dem Jahr davor um 2,4 Prozent zugenommen habe. In der Oberpfalz waren es 8647 Geburten und ein Zuwachs von 0,6 Prozent, in Sulzbach-Rosenberg sei die Anzahl mit 146 Geburten exakt gleich geblieben. Obwohl die Zahl der Geburten - und damit der heutigen Generation der Berufseinsteiger - vor etwa 20 Jahren noch deutlich höher gewesen sei (193 in SuRo), habe fast ein Drittel der 470 000 Ausbildungsbetriebe in Deutschland Schwierigkeiten, geeignete Auszubildende zu finden, diagnostizierte Göth.

Die Folgen des demografischen Wandels würden somit sichtbar und zeigten ihre Wirkung. Aus der Sicht der Jugendlichen sei dies erfreulich, so der Bürgermeister. Im Umkehrschluss bedeute dies aber, dass Ausbildungsbetriebe - und somit auch die Stadt - um die Gunst der immer weniger werdenden Bewerber wetteifern würde. Die aktuelle Beschäftigungsstruktur der Kommune ergebe in allen Bereichen einen Altersschnitt von 45,6 Jahren. 90 Mitarbeiter seien zwischen 50 und 60 Jahren alt, 14 über 60 und würden in den nächsten Monaten und Jahren das Renten- oder Pensionsalter erreichen, erläuterte der Sprecher.

Neue Modelle

"Damit stellt die geringere Zahl an Nachwuchskräften und die Alterung der Gesellschaft auch die Stadt vor neue Herausforderungen, die es zu meistern gilt, um ein moderner und leistungsstarker Dienstleister und attraktiver Arbeitgeber zu bleiben." Neue Arbeitszeitmodelle, die noch stärkere Teilhabe von Frauen am Erwerbsleben oder qualifizierte Menschen aus dem Ausland, besonders aus Ländern mit hoher Jugendarbeitslosigkeit könnten helfen, die Probleme zu lösen, sagte Göth.

In den vergangenen zehn Jahren hat die Kommune 18 Azubis und 20 Praktikanten ausgebildet, stellte der Bürgermeister heraus. Dazu erfreue die oft positive Resonanz, die man aus der Bevölkerung in vielen Bereichen von der Bepflanzung über das Kulturangebot, die Städtische Sing- und Musikschule oder die fachgerechte Planung und Erstellung von Spielplätzen. Göth nannte noch verschiedene Investitionen von der Pestalozzischule über das Waldbad bis hin zur Komplettsanierung des Spielplatzes an der Wichernstraße.

Aus SRZ-Glosse

Petra Schilling, Vorsitzende des Personalrates, beschrieb die Stadtverwaltung als großes Uhrwerk, in dem alle Räder ineinander greifen. Mit launigen Worten dankte Stadtrat Karl-Heinz Herbst (Grüne) für die Arbeit und stellte seine Rede unter den Titel "Bist a Stoderer oder schau hie, a Stoderer". Diese Aussage sei eine große Anerkennung. Er zollte größten Respekt für erbrachte Leistungen. Herbst schloss mit einem Zitat aus der SRZ-Glosse "Orange darf gerne bleiben", denn dem Stoderer sei es zu verdanken, dass der Sulzbach-Rosenberger in seiner Kommune ein lebenswertes Umfeld vorfinde.
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