Umsetzen von Visionen als Ziel

Zum Abschluss ihres Besuchs bei Hardy Barth (Dritter von rechts) konnten die Politiker von FWS und FDP, darunter die Kreisräte Dr. Martin Pöllath (Siebter von links), Hans Pickel (Achter von links) und Hans-Jürgen Reitzenstein (Vierter von rechts) die Elektrofahrzeuge ausprobieren. Bild: cog
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
30.10.2014
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Unabhängig werden von den Stromkonzernen - das ist ein Traum, den viele träumen. Die Landkreis-FDP entdeckte bei einem Elektro-Unternehmer, dass der Schritt dahin gar nicht mehr so weit ist. Lösung des Ganzen: eine Kombination aus verschiedenen Systemen - mit Elektro-Tankstelle.

"Die Landkreise sind die tragende Säule der künftigen Energieversorgung, denn Wasserkraft, Windenergie und Biomasse gibt es nur im ländlichen Raum in nennenswertem Umfang", erklärte Kreisrat Hans-Jürgen Reitzenstein.

Dezentral erzeugt

Er und die Politiker der FWS und der FDP aus der Stadt Sulzbach-Rosenberg und dem Landkreis wollten sich bei Hardy Barth in Schwend, einem Vorreiter der Elektromobilität und Stromgewinnung sowie -speicherung, informieren, wie man den dezentral erzeugten Strom optimal nutzen kann. "Das ist ein Beitrag zur lokalen Wertschöpfung und sichert Beschäftigung vor Ort", stellte Reitzenstein fest.

Kreisrat Hans Pickel erinnerte daran, dass sich seine Fraktion im Kreistag für die dezentrale Energieversorgung ausgesprochen habe, nicht für Stromtrassen: Sein Kreistagskollege Dr. Martin Pöllath ergänzte: "Unser Wohl und Wehe hängt von der Energie ab, auch politisch. Öl ist bisher das Lebensblut der Wirtschaft, aber davon sollten wir wegkommen."

Er erinnerte daran, dass die alten Energiekonzerne versuchen, Atomkraftwerke durch Windparks in der Nordsee zu ersetzen, aber: "Wir sollten von ihnen unabhängig werden und unseren Strom lokal produzieren!"

Viel Geld sparen

Barth stellte in einer Präsentation sein Unternehmen vor. Die Firma mit rund 25 Mitarbeitern ist in den Bereichen EDV, Elektro und Gebäudeautomatisierung, Energie (Photovoltaik, Energiespeicher und dezentrale Heizkraftwerke) sowie Elektromobilität aktiv. "Das Zusammenspiel der verschiedenen Systeme ist noch unterentwickelt", diagnostizierte Barth. Wenn man die Möglichkeiten der Stromspeicherung nutze, könne man den PV-Strom zu 80 Prozent selbst nutzen und dadurch viel Geld sparen. Er selbst betreibt eine große Photovoltaikanlage. Den Strom verbraucht Barth teilweise im Haushalt und in seiner Firma, teilweise nutzt er ihn, um seine Elektroautos aufzuladen. Außerdem füllt er tagsüber eine große Blei-Gel-Batterie. So reicht der Sonnenstrom auch für die Nacht.

Außerdem hat er einen "Smart Heater", ein System, das Energie in warmem Wasser speichert. Um auch im Winter und bei wenig Sonnenschein strom-autark zu sein, hat er ein Blockheizkraftwerk installiert, das mit Rapsöl betrieben wird. Das Heizkraftwerk kann ein Drittel des täglichen Strombedarfs decken.

Ziel ist, die Steuerung so zu optimieren, dass sich die verschiedenen Systeme optimal ergänzen und der Strom der jeweils sinnvollsten Verwendung zugeführt wird. Dadurch muss er nur einen geringen Teil in das öffentliche Netz einspeisen. Die Politiker waren sehr beeindruckt.

Im Elektro-Auto

Als einen weiteren Beitrag zur intelligenten Nutzung des Stroms präsentierte Barth den Besuchern die von ihm entwickelte dynamisch geregelte Elektrotankstelle. Dann konnten die Besucher Barths Elektrofahrzeuge ausprobieren. Die beiden Autos und der Kabinenroller überzeugten durch beste Fahreigenschaften.

Reitzenstein dankte Hardy Barth für die vielen Informationen. "Von Visionen lebt die Wirtschaft, und Sie haben uns auch die Umsetzbarkeit der Visionen gezeigt. Damit bringen Sie den Kreis voran!".
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