Umzug auf der Erfolgsschiene

Neben dem bisherigen Gebäude entsteht die neue Fertigungshalle mit insgesamt 5500 Quadratmetern neuer Produktionsfläche und vielen Extras. Bild: Gebhardt
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
14.04.2015
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Der Anfang lag in Nürnberg, 1959 in einem Ein-Mann-Betrieb am Meisterleinsplatz: Ulrich Wieland, Vater des jetzigen Inhabers, gründete Wieland Lufttechnik und verkaufte Industriesauger. Heute ist das Unternehmen ein führender Hersteller mit etwa 140 Mitarbeitern. Und es hat sich inzwischen Sulzbach-Rosenberg als alleinigen Produktionsstandort auserkoren.

Was bewog das Unternehmen zum Schritt in die Oberpfalz, welche Philosophie steckt hinter dem Erfolgsrezept, und was hat Inhaber Wolfgang Wieland noch alles vor an der Eisenhämmerstraße? Unsere Zeitung sprach mit dem Manager, während das Firmengebäude beständig leicht erzitterte: Nebenan wird zur Zeit der Baugrund für die neue Produktionshalle verdichtet.

1988 wurden die Wielands auf Sulzbach-Rosenberg aufmerksam: Die Stadt bot Unternehmen, die hier Arbeitsplätze schaffen wollten, sehr günstige Grundstücke an. An ihrem Firmensitz in Erlangen-Tennenlohe, so erinnert sich Wolfgang Wieland, war das 10 000-Quadratmeter-Areal zu diesem Zeitpunkt schon fast komplett zugebaut. "Wir hatten viele Aufträge, die wir gar nicht mehr unterbringen konnten in den Hallen, alles war viel zu eng, wir mussten dringend erweitern."

Seit 25 Jahren hier aktiv

Da kam das Angebot in Sulzbach-Rosenberg gerade recht: 1989 begann der Bau, 1990 startete die Produktion von Industriesaugern im Industriegebiet Unterschwaig. Und das Geschäft boomte. Bis 2008 die Wirtschaftskrise alles über den Haufen warf. "Wir verloren 2009 rund 30 Prozent unserer Aufträge, weil sich niemand mehr zu investieren traute", denkt Wieland an die schwere Zeit zurück.

Gerade die Produkte seiner Firma zählen ja zu den klassischen Investitionsgütern in der Wirtschaft, die im Krisenfall als erste hintangestellt werden bei den Kunden. Auch in punkto Arbeitsschutz wie bei Lüftungen oder Absauganlagen drücken dann die Kontrolleure oft ein Auge zu, damit strauchelnde Betriebe mehr Zeit gewinnen. In dieser stürmischen Periode machte die Geschäftsleitung zwei positive Erfahrungen: Zum einen zeigten sich die motivierten Mitarbeiter bereit, massive Kurzarbeit zu fahren, zum anderen gelang es der Firma dadurch, den 30-prozentigen Auftragsrückgang zu kompensieren. "Ich erläutere bei jeder Betriebsversammlung sehr detailliert die Ertragslage, da haben wir keine Geheimnisse", spricht Wolfgang Wieland die Strategie der Offenheit an und fügt hinzu: "Bei uns kommunizieren wir alles ehrlich und genau miteinander."

Die Beschäftigten zogen mit, es gab keine Entlassungen, und 2010 ging es schon wieder steil aufwärts: Rund 18 Millionen Euro Umsatz, ähnlich wie im Rekordjahr 2008, setzten ein deutliches Zeichen. Seither läuft es wieder bestens bei Wieland, und die magische 20-Millionen-Umsatzmarke ist in greifbarer Nähe.

Wieder Richtung Rekord

"Sie ist aber nicht das endgültige Ziel", stellt Wieland klar, denn er hat noch viel vor. 30 der 140 Beschäftigte sind derzeit in Rosenberg tätig, weitere 27 Arbeitsplätze werden von Erlangen hierher verlagert.

Wieland sponsert drei Kleinbusse, die die Mitarbeiter kostenlos hin und her befördern (wir berichteten). Weitere 40 Facharbeiter werden mittelfristig in der Herzogstadt eingestellt, und dann "geht es hoffentlich bald Richtung 25 Millionen Euro Umsatz", da ist Wieland sehr optimistisch.

Eigener Nachwuchs

Genauso blickt er auch in die Zukunft, wenn es um gefragte Facharbeiter geht: Industriemechaniker (früher Schlosser), Elektriker, Lackierer und Mechatroniker bauen in Sulzbach-Rosenberg Anlagen zusammen oder montieren mobile Sauger auf Lastwagen. "Das ist keine Fließbandarbeit, sondern individuelles Können." Vier bis sechs Auszubildende pro Jahr in verschiedenen Sparten sollen den firmeneigenen Arbeitskräfte-Nachwuchs sicherstellen.

Arbeits-Rekord

"Einer unserer Rentner blickte jetzt auf 37 Arbeitsjahre ohne einen einzigen Krankheitstag zurück", schmunzelt Wolfgang Wieland. Das sei zwar nicht unbedingt die Regel, aber ein gutes Beispiel für den Einsatz der Mitarbeiter. Gemäß den Buchstaben auf dem Nummernschild des Chefs: "WW" - Wieland wächst".
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