Und wenn Einbrüche überhandnehmen, kommt es dem Bürger abhanden
Sicherheit ist so ein Gefühl

Es wird schon Druck auf die Polizei ausgeübt. Die Leute wenden sich an die Politiker, und die fragen bei uns nach.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
16.06.2015
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Es ist ein Balken, der dem Oberpfälzer Polizeipräsidenten Gerold Mahlmeister Sorge macht: der in der Statistik mit dem Titel "Wohnungseinbruchdiebstahl Landkreis Amberg-Sulzbach" für das Jahr 2014. Er schießt unvermittelt in die Höhe, bis auf 57 Fälle. In den beiden Jahren davor werden die Balken nicht einmal halb so hoch. Man muss bis 2006 zurückgehen, um eine ähnliche Anzahl - 52 - zu finden.

"Sicherheit ist ein echter Standortfaktor", meint Landrat Richard Reisinger beim Sicherheitsgespräch mit den Spitzen der Oberpfälzer Polizei und der Inspektionen im Landkreis. Und die Zahlen sprechen für Amberg-Sulzbach: 2876 Straftaten auf 100 000 Einwohner im Jahr 2014 bedeuten, dass man weit unter den Werten für die Oberpfalz (4513) oder gar Gesamt-Bayern (5164) liegt. "Damit kann man sich sehen lassen", findet Mahlmeister. Auch mit der Aufklärungsquote von 63,4 Prozent, die nur knapp unter der Oberpfälzer und der bayerischen Quote liegt.

Wenn da nur nicht die Einbrüche wären. Bei 57 Fällen beileibe kein Massenphänomen, zumal da noch 22 enthalten sind, in denen es beim Versuch blieb. "Aber es beeinträchtigt das Sicherheitsgefühl der Bürger stark", weiß Mahlmeister. Die Beamten vor Ort merken das, wenn dieses Thema ihre Infostände dominiert, wenn die Anrufe zunehmen, die Streifen möchten bitte häufiger in ein bestimmtes Wohngebiet kommen und dort auch mal aussteigen, wenn mehr Hinweise wegen alarmierender Beobachtungen eingehen. Wobei Mahlmeister für diese Aufmerksamkeit dankbar ist. "Wir sind auf solche Informationen angewiesen", sagt er. "Wenn unsere Bevölkerung nicht mittut, haben wir keine Chance."

Wer Verdächtiges beobachtet, sollte sofort die Polizei rufen, nicht selbst eingreifen und auch keine Angst vor einem falschen Alarm haben, findet Karlheinz Escher, der Auerbacher Inspektionsleiter: "Wir kommen lieber einmal umsonst als einmal zu spät." Laut Polizeivizepräsident Michael Liegl ist das Thema derzeit "absoluter Schwerpunkt" bei der Polizei. Der Bürger könne aber auch selbst etwas tun - es dem Einbrecher schwermachen: "Der will schnell rein und schnell wieder raus. Wenn es schwierig wird, haut er gleich ab." Und die Täter mieden Orte, von denen sie wüssten, dass dort die Leute in der Schwerpunktzeit von 14 bis 21 Uhr aufmerksam sind: "Deshalb ist das Nachbarschaftsverhältnis wahnsinnig wichtig."
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