Unsichtbare Energie-Autobahn

Von der Max-Reger-Straße arbeitet sich die Wanderbaustelle Richtung Hochhäuser am Waldrand vor. Dann geht es Richtung Neukirchen.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
07.09.2015
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Zwei dicke schwarze Stränge wickeln sich von der riesigen Holzrolle ab und tauchen ab in die Baugrube neben der Straße: Zwischen dem Umspannwerk Rosenberg und dem Schalthaus Neukirchen wächst an verschiedenen Stellen die neue Stromverbindung. Der Radweg neben der Umgehung ist wieder frei, jetzt wächst der Graben Richtung Loderhof.

Das Mammutprojekt mit einem Etat von 2,5 Millionen Euro kommt gut voran: Im Stadtgebiet verlegt die Firma Bayernwerk (ausführende Firma ist die Fränkische Baugesellschaft FBG aus Bayreuth) zwei Stromkabel zwischen Sulzbach-Rosenberg und dem Schalthaus Neukirchen. Sie dienen dem besseren regionalen Ausgleich zwischen den vor Ort produzierten Strommengen und stärken die Versorgungssicherheit im gesamten Raum Neukirchen.

Radler in der Baustelle

Das ehrgeizige Vorhaben begann im Frühjahr in Rosenberg am Umspannwerk, dann folgten mehrere parallel laufende Abschnitte auf der Strecke. Vom Umspannwerk ging es zunächst zwei Kilometer entlang des Radweges neben der Rosenbachstraße hinauf bis zum Eislaufplatz. Dabei kam es zu Behinderungen des Radverkehrs, der aber während dieser Zeit vorschriftsmäßig durch Rosenberg umgeleitet wurde. Leider hielten sich nicht alle Radler dran, regelmäßig tauchten sie in der Baustelle auf, gefährdeten sich und andere.

Doch jetzt, nach gut zwei Kilometern, hat die Wanderbaustelle die Bahnlinie unterquert und arbeitet sich die Max-Reger-Straße entlang Richtung Südstraße. Bauleiter Klaus Übler, beim Bayernwerk verantwortlich für das Projekt, erklärt: "Sie wird weiterführen zur Gerhart-Hauptmann-, Graf-Berengar- und Graf-Gebhard-Straße, dann geht es Ende Oktober durch den Staatsforst Richtung Neukirchen."

Forststraßen betroffen

In den nächsten Wochen ist auch das Naherholungsgebiet Obere Wagensaß betroffen. Sowohl in der Oberen als auch in der Unteren Wagensaß werden Forststraßen aufgefräst, damit die Kabel unterirdisch verlegt werden können. Es kommt deshalb zu Behinderungen für Waldbesucher, darauf weist der Forstbetrieb jetzt vorsorglich hin.

Laut Informationen der Baufirma wird die Maßnahme aber in Etappen erledigt, so dass nur kurzzeitige Sperrungen erfolgen. Die Unterquerung der B 85 mittels Spülbohrung ist, wie andere Kreuzungen auch, schon länger fertiggestellt.

Das aus drei Phasen bestehende 20-KV-Mittelspannungskabel läuft in zwei Strängen von der Rolle. Rund 3,6 Tonnen wiegt die volle Holzspule. Im Zentrallager am Dultplatz liegen noch Dutzende davon und warten auf ihren Einsatz auf der insgesamt rund 17 Kilometer langen Strecke. Das Bauvorhaben soll noch heuer abgeschlossen werden.
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