"Urkatastrophe" als Warnung

Maler Hans Wuttig präsentierte bei der Ausstellung im LCC Bilder, die das Thema Krieg beleuchten. Bild: bmr (2)
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
11.11.2014
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Es geht um die dramatische Vergangenheit zwischen Demokratie und Diktatur. Im Mittelpunkt steht dabei das 20. Jahrhundert in Europa. Eine Fotoschau im Landkreis-Kulturzentrum erzählt diese leidvolle Geschichte auf großformatigen Plakaten.

Die 26 Plakate der Ausstellung "Diktatur und Demokratie in Zeiten der Extreme" zeigen, wie die "Urkatastrophe" des 1. Weltkriegs mit ihrer Gewalterfahrung den Aufstieg der totalitären Bewegungen im 20. Jahrhundert begünstigt, und wie die neuen Demokratien, die nach Kriegsende um Stabilität ringen, bald in die Defensive geraten.

In Russland kommen die Kommunisten, in Italien die Faschisten an die Macht. Nationalismus und Rassismus sind nicht nur in Deutschland verbreitet. Doch hier bereiten die Nationalsozialisten ab 1933 zielstrebig einen neuen Krieg vor. Studiendirektor a. D. Karl Kirch erläuterte in seinen Vortrag "Der 1. Weltkrieg", dessen Ursachen und Auswirkungen. Eine Zeitenwende, in der dieser Krieg das alte Europa zerbrach und eine neue menschenverachtende Epoche der Gewalt begann.

"Hundert Jahre nach dem Ausbruch dieses oft als Materialschlacht bezeichneten gegenseitigen Abschlachtens, können wir unvoreingenommen und frei von Schuldvorwürfen zurückblicken." Nach jetzigem Standpunkt kommt Kirch zu der These, dass dieser Krieg und vor allem die Entwicklung Deutschlands von 1918 bis 1939 hin zur Nazi-Diktatur durchaus vermeidbar gewesen wäre. Maler Hans Wuttig trug einen wesentlichen Teil zu der Ausstellung bei und präsentierte eine Auswahl seiner Bilder zum Thema Krieg.

Ruinen der Frauenkirche

Ein Aquarell, entstanden 1991, zeigt die Ruinen der Frauenkirche von Dresden. Nach Kriegsende 1945 bis zu ihren Wiederaufbau waren die Ruinen der Frauenkirche ein Denkmal gegen den Krieg und ein Mahnmal für den Frieden. Für Wuttig hätten die Ruinen eine abschreckendere Wirkung erhalten, besser als ein Wiederaufbau, der die leidvolle Erfahrung von Krieg und Zerstörung vergessen macht.

Die Brücke von Mostar, entstanden 1993, gilt als symbolische Brücke zwischen Ost und West, nicht nur zwischen der Welt des Christentums und der islamischen Welt, sondern auch zwischen den katholischen Kroaten und orthodoxen Serben. Die Brücke wurde im Bosnienkrieg zerstört und danach wiederaufgebaut.

Weitere Bilder behandelten die KZ-Todesmärsche von 1945, Titel "Christus in der Oberpfalz" und "Memento Mori".
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