Vea Kaiser liest aus ihrem Roman "Makarionissi" - Ende bleibt im Dunkeln
Dialekt mit Charme in der oberen Unterhaltungsliga

Vea Kaiser kann nicht nur schreiben, sondern auch packend vortragen. Bild: Schäfer
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
12.10.2015
0
0
Österreich kennt im Fußball und auch sonst Höhen und Tiefen. Unerreicht ist jedoch der spezielle Charme der Dialektfärbung, mit dem auch Schriftstellerin Vea Kaiser ihr Publikum jetzt im Literaturhaus Oberpfalz betörte.

Aber auch ohne diesen einnehmenden Bonusfaktor hätte die Lesung aus "Makarionissi" begeistert: Wer so schreiben kann, hat zu Recht den Ravensburger Buchpreis für einen "Familienroman im besten Sinne" verdient. Und wer so unbefangen plaudert wie Vea Kaiser schon bei der Vorstellung durch den Gastgeber und Buchhändler Ralf Volkert, der spielt eben ganz oben in der Liga der Unterhaltung.

Nahtlos vollzogen sich die Wechsel zwischen erzählten Geschichten und Leseproben und auch die Beantwortung der anschließenden Fragen mündete unweigerlich in neue Geschichten. Eine Grenze blieb jedoch unverrückbar, und die war vor dem Teil des Romans hochgezogen, der auf der titelgebenden Insel "Makarionissi" spielt. Das Ende der Odyssee ihrer Helden Eleni und Lefti verrate sie nicht. Das war bei ihrem Erstling "Blasmusikpop" noch anders - zum Entsetzen der Verlagsmitarbeiter.

Die Fülle des mit echten Anekdoten, tristen Kapiteln der griechischen Geschichte und den Spielarten der Suche nach dem Lebensglück gespickten Romans überzeugte aber auch lange vor dem "wirklichen Ende". Für dessen Vorhandensein verbürgte sich Vea Kaiser glaubhaft, schließlich hasse sie nichts mehr als offene Schlüsse, die den Leser im Ungewissen lassen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.