Viele Hitzetage, wenige Äpfel

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
20.11.2015
0
0

Auch wenn es heuer nicht so läuft wie sonst: In der Obstverwertung wurde früh aufgestanden während der Saison. Die Presse lieferte Apfelsaft, und Besitzerin Anni Rösel registrierte nach mageren Jahren wieder eine Ernte, die nur etwa die Hälfte eines normalen Jahres ausmacht. Der Sommer war einfach zu trocken.

Gestern war Schluss mit der Obstannahme: Anni Rösel und ihr Team stehen heute zum letzten Mal um 4.30 Uhr in der Halle und bedienen die neue Bandpresse. "Es gab schon viel schwächere Jahre, aber berühmt ist das nicht!", meint die Inhaberin der einzigen Großpresse im Sulzbacher Raum.

5000 Liter Saft

Die Äpfel schwimmen in die Halle, werden gepresst, der Trester fällt über ein Förderband gleich in den Hof hinaus. Rund 5000 Liter Saft ergibt so eine Frühschicht, aber das waren heuer nicht besonders viele - rund 50 Prozent eines normalen Jahres, schätzt Anni Rösel. Neben dem naturreinen Apfelprodukt hat die Obstverwertung übrigens auch noch zwölf andere Geschmackssorten und Mischungen vorrätig. Abgefüllt und etikettiert werden die Säfte in der eigenen Anlage. Wöchentlich rollten zentnerweise die Äpfel und auch ein paar Birnen an im Hof der Obstverwertung. Vor allem treue Stammkunden sind es, die zahllose Säcke mit heuer meist kleinen Äpfeln auf die Waage und anschließend aufs Förderband wuchten. Sie kommen aus Sulzbach-Rosenberg, dem Landkreis, der Stadt Amberg, aber auch aus dem Nürnberger Land, dem Vilstal Richtung Schwandorf. In der Hofgartenstraße wird genau Buch geführt über jedes Kilo Obst, das im Bunker landet. Der Kunde kann einen Teil seines Saftguthabens gleich mitnehmen, der Rest wird in einem Büchlein gutgeschrieben. Birnensaft veredelt den Apfeltrunk noch zusätzlich.

Saison beendet

Seit Ende August lief die Maschinerie, nun ist Annahmeschluss. Bald sind alle Vorräte und Anlieferungen abgearbeitet, in großen Stahltanks wartet der Saft auf Abholer. Seit 1990 betreibt Anni Rösel das Geschäft, das ihr Vater 1974 vom Obst- und Gartenbauverein übernommen hatte. Mit der Ernte 2015 ist Anni Rösel nicht zufrieden - aber sie sei besser als in den Vorjahren.

Rund 27 Liter Saft quetscht die Presse aus einem Zentner Obst. Der Kunde zahlt die Pressgebühr und bekommt dann das Produkt (trüb oder gefiltert) gleich mit. Birnen kommen heuer relativ wenig vor. Doch das ist in den letzten Jahren zur Normalität geworden, meint Anni Rösel. Für die nächsten Monate jedenfalls wird der Saft reichen. "Und die Kunden sollen ihr Saftguthaben abholen!", appelliert sie noch.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2015 (9610)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.