Voller Einsatz für die Umwelt

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
14.11.2015
13
0

Freihandelsabkommen, Elektromobilität, Stromtrassen und die Große Hufeisennase - geht das zusammen? Es passt, wie die Umweltschutzinitiative eindrucksvoll beweist.

Von Informationen über die Tätigkeit und die Planung der Umweltschutzinitiative bis hin zum Leben einer Fledermaus reichte bei der Hauptversammlung im Gasthof Sperber die angebotene Palette. Referent der Veranstaltung war Rudi Leitl vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern.

Kino-Kooperation

Solch interessante Filmvorführungen wie "Die Reise zum sichersten Ort der Erde" von Edgar Hagen im Lu-Li, der die aussichtslose Suche nach einem atomaren Endlager zum Thema hatte, sollte man fortführen, schlug Walter Spies eine weitere Kino-Kooperation vor. Anbieten würde sich beispielsweise der Film "Der Bauer und sein Prinz" von Bertram Verhaag. Das Donaufest in Niederalteich, bei dem die Verhinderung der Staustufen zwischen Straubing und Vilshofen gefeiert wurde, besuchten die Naturschützer.

Ebenfalls beteiligte sich die BI an den Demonstrationen in München und Berlin, um gegen die Freihandelsabkommen TTIP, CETA und TISA zu protestieren. Bei einem Vortrag von Franz Kotteder, Redakteur der SZ, in der Buchhandlung Volkert informierte man sich zu diesem Thema. Örtlich war die Bürgerinitiative in der Klimaschutzarbeitsgruppe mit Thomas Steiner und Hans-Ulrich Schmidt vertreten. Auch wurde die Tätigkeit des städtischen Klimaschutzbeauftragten Vincent Clarke unterstützt, was ebenfalls für die geplante Gründung einer Bürgergenossenschaft gelte.

Bei der Nordumfahrung erkundigte sich die BI über den aktuellen Stand und setzte sich dafür ein, dass die Straßenbaumaßnahme endlich aus dem Bundesverkehrswegeplan gestrichen wird. Diskussionen über die Notwendigkeit neuer Stromtrassen und über Sinn oder Unsinn der Elektromobilität fanden ebenfalls statt. Den Bericht über die Aktivitäten ergänzte der Schatzmeister Rainer Koch mit Ausführungen über die finanzielle Situation.

"Seit 60 Millionen Jahren existieren Fledermäuse", berichtete der Leiter des Fledermaushauses in Hohenburg, Rudi Leitl. Weltweit gelte die Hufeisennase heute als nicht vom Aussterben bedroht, in Europa und auch in Deutschland sehe es aber nicht so rosig aus. "In Europa leben noch 100 000 Individuen, wobei sich die größeren Bestände in Frankreich, Spanien und in den Balkanländern befinden. In Mitteleuropa sind es in der Schweiz drei Kolonien, in der Slowakei vermutlich mehrere und in Deutschland, Österreich, Luxemburg und in Südtirol je eine Kolonie."

Schwerpunkt Hohenburg

In Deutschland ist der Schwerpunkt der Großen Hufeisennase in Hohenburg. Nach dem Motto "Bist Du eine Fledermaus, dann baut Dir der Staat ein Haus" wurde in Hohenburg ein baufälliges Gebäude, in dem sich das Tier befand, saniert. Als "Glücksfall" erwies sich dabei die Wirtschafts- und Finanzkrise 2009. Mit einer Schnürung von Konjunkturpaketen wollte die Politik dagegen vorgehen. Obwohl es viele nicht glaubten, wurde der Antrag auf die Sanierung des Großen Hufeisen-Anwesens mit einer Million Euro bewilligt. Mit einem Zuschuss von 50 Prozent beteiligte sich die Europäische Union an diesem Projekt.

Dieses Geld kam der heimischen Wirtschaft zugute, betonte Leitl. Es gehe aber nicht nur darum, die Kolonie in Hohenburg zu erhalten, sondern man wolle eine weitere schaffen, denn nur dann könne das Überleben des seltenen Tieres in Deutschland auf längere Zeit gesichert werden, betonte der Referent.

Mit verschiedenen Maßnahmen unterstütze die Stadt den Natur- und Umweltschutz, berichtete Bürgermeister Michael Göth. Darunter falle die Anbringung von Kästen im städtischen Wald für Fledermäuse.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2015 (9608)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.