Vom Brei zur Familienkost: Expertin erklärt, was die Kleinsten essen dürfen
Für Babys keine Bratwürste

Diplomökotrophologin Anja Binder (links) mit den Schulungsteilnehmern und Jutta Forster vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Amberg (rechts). Bild: hfz
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
11.04.2015
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Kaum ist das Baby auf der Welt, soll es auch schon Leberkäse und Bratwürsteln essen. "Das hat noch nie geschadet", heißt es dann mitunter vonseiten der Großeltern. "Wir haben das genauso gemacht", meint vielleicht die Tante. Dieser Ansicht trat nun Diplomökotrophologin Anja Binder entschieden entgegen. Sie referierte beim Netzwerk Junge Eltern und Familien zum Thema "Übergang vom Brei zur Familienkost".

Das Interesse war enorm. Mehrere Mütter und sogar ein Vater kamen, um zu erfahren, wie dieser Übergang zum "Selber-Essen" am besten zu gestalten ist. "Etwa zum Ende des ersten Lebensjahres wollen die meisten Kinder selbst essen", erklärte Binder. Das Kind zeige sein Interesse am Essen der Familie meistens ganz deutlich. "Dann kann vom Mittagessen eine kleine Portion, die sehr mäßig gesalzen und gewürzt ist, weggenommen und nur noch grob zerkleinert werden", sagte die Expertin. "Nach und nach kann das Kind immer mehr von den Mahlzeiten der Familie mitessen."

"Essen muss Spaß machen"

Der Vortrag der Referentin beinhaltete neben der abwechslungsreichen und gesundheitsförderlichen Ernährung für die ganze Familie, aufgezeigt anhand der Ernährungspyramide, auch die Bedeutung des gemeinsamen Essens und einer lockeren Atmosphäre am Tisch. Ihre Botschaft dabei: "Essen muss nicht nur gut schmecken, sondern auch Spaß machen." Binder ging auf Lebensmittel ein, die zu Beginn der Familienkost noch gemieden werden sollten. Das sind Obst und Gemüse mit Schale oder Haut und Nüsse. Solche Speisen könnten die Kleinen noch nicht beißen, was wiederum zum Verschlucken führen könne.

"Auch Zeit und Geduld bei den Mahlzeiten sind in der Phase des Essen-Lernens sehr wichtig", betonte Binder. Sie brach eine Lanze dafür, den Nachwuchs mit den Händen essen zu lassen. "Das kleine Kind will das Essen gerne anfassen. Das gehört zum Essen-Lernen dazu und ist für die Entwicklung eines gesunden Essverhaltens sehr wichtig."
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