Vom Donaudelta ins Outback

Johannes Münzner wird auf der Seidel-Bühne eingerahmt von Victoria Pfeil (rechts) und Paul Schubert. Bild: hka
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
22.03.2015
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Ist das Volksmusik oder die mit x, ist das Jazz, Alpenländische Folklore oder Balkan Pop? Das Trio Akk:zent lässt sich nicht einordnen in ein Genre. Die Formation aus Österreich machte den dritten Abend im "Festival Moderner Volxmusik" zu einem einzigartigen Klangerlebnis.

Drei junge Leute kommen auf die Bühne des Seidel-Saals, kaum zu glauben, dass sie schon seit dreieinhalb Jahren zusammen musizieren. "Es war musikalische Liebe auf den ersten Blick", erinnert sich der Wiener Johannes Münzner (34) an die Begegnung mit Paul Schuberth (20) bei einem Akkordeon-Meisterkurs. Aus dem geplanten Akkordeon-Duo wurde das Trio Akk:zent, als sich Victoria Pfeil (20), Nachbarin in Schuberts Heimatort Steyr und Saxofon-Virtuosin, den beiden anschloss.

Grenzen überwunden

Die Instrumentierung des Trios ist ungewöhnlich und einzigartig. Zwei Knopfakkordeons und drei Saxofone, dazu eine Steirische Ziehharmonika und ein Didgeridoo. An ihren Instrumenten über jeden Zweifel erhaben gehen sie musikalisch unbekümmert ans Werk, ignorieren Stilrichtungen oder einengende Sichtweisen. In ihren überwiegend eigenen Kompositionen brechen sie mit Traditionen, überwinden musikalische Grenzen und gehen neue Wege. Sie greifen auf Stilelemente unterschiedlichster Spielformen zurück und mixen diese zu einem Klangcocktail, der erfrischend, mitreißend, ungewöhnlich ist.

"Der Tanz der Barbaren vom Donaudelta", "Suite solidaire", "Whistleblower's satisfaction" oder "Ombra" heißen ihre Kompositionen, in denen die Akkordeons Zwiegespräch halten, die Saxophone in Sopran-, Alt- oder Baritonklängen begleiten oder dominieren, in denen die Knopfinstrumente auch gestreichelt, geklopft und geschlagen werden, in denen das Didgeridoo vom Donaudelta ins australische Outback entführt und in denen nicht gesungen wird, aber Stimmen den Klang ergänzen.

Das alles geschieht mit einer großen Lust am Musizieren, erscheint mühelos und spielerisch. Manchmal handhaben die drei ihr Instrument mit geschlossenen Augen wie in Trance, dann wieder hält es sie nicht auf ihren Stühlen, vor allem wenn die Rhythmen heiß und rasant werden, wenn Pop auf Jazz folgt, wenn Balkanklänge gekreuzt werden mit südamerikanischen, wenn Klangläufe sich fast überschlagen, die Finger über die Knöpfe der beiden Akkordeons fliegen. Zwischendurch wird ein wenig geplaudert, erzählt, dass Paul Schuberth und Vicki Pfeil noch studieren, Johannes Münzner als Musiklehrer und Musiker arbeitet, dass sie ihre CDs dabei haben und gern verkaufen würden, bis der Paul dann sagt: "Hörn ma auf mitm Schmäh" und wieder sein Instrument auf den Schoß nimmt. Sie haben noch eine Uraufführung in petto, sage und schreibe elf Minuten lang.

Drei Zugaben

Und der Name Akk:zent? Nun halt von Akkordeon und dann eben auch, "weil unsere Musik sehr akzentuiert ist." Dann drei Zugaben, ein artiger Dank: "Wir empfehlen euch auch weiter" und der Hinweis, dass nach Sulzbach-Rosenberg der nächste Auftritt in Erfurt, "einer weiteren bedeutenden Stadt", geplant sei.
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