Vom Himmel hoch ganz runter

Amanda Hope beginnt eine heiße Affäre mit dem Weihnachtsbaum.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
08.12.2015
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Kurz vor Weihnachten fängt der Stress an. Dann verliert die Mutter die Geduld, der Vater klinkt sich aus dem Geschehen aus, die pubertierende Tochter ist nur noch genervt und der kleine Sohn enttäuscht, weil seine Weihnachtsträume nicht wahr werden. So muss das Fest der Liebe nicht enden. Wirksame Hilfe leistet Amanda Hope von der Simplify X-Mas Coaching Academy.

Mit professioneller Unterstützung kann man einen Before-X-Mas-Burnout vermeiden, Energy und Spirit für das Fest aller Feste tanken. Wie man sich das praktisch vorzustellen hat, zeigte das Theaterkollektiv "Die Bretter" mit seinem Stück "Weihnachten - Gans oder gar nicht" im ausverkauften Seidel-Saal.

Familie Ott hat ein massives Weihnachtsproblem. Deshalb wird nicht nur ein Engel (Barbara Franz) als Bußübung dorthin geschickt, um die Otts zu erleuchten und für Weihnachtsstimmung zu sorgen, auch Amanda Hope (Gerda Krusche) bietet ihre Dienste an. Während sich der Engel mit dem Christbaum (Bernd Gerlach) streitet, zieht sie mit der Familie ihr Trainingsprogramm zur Weihnachtsfreude durch.

Von Anfang Dezember durch den Advent bis zu Heiligabend bringen die Akteure Sehnsüchte, Enttäuschungen und Pannen auf die Bühne. Dabei lauert hinter der grotesken Komödie immer die Tragik, die Trauer darüber, was aus dem Fest geworden ist, das den Menschen einst Hoffnung geben sollte.

Als die Mutter (Chrissi Baumann als Rockerbraut) mit dem Vater (Uli Lommer) und den Kindern (Cynthia Bätz, Veit Stephan) über die Weihnachtsdeko stritt, blieb kein Auge trocken. Noch irrer wurde das Ganze, als Amanda Hope ihren Klienten als Domina mit der Peitsche die Weihnachtsfreude näherbringen wollte, eine heiße Affäre mit dem Weihnachtsbaum begann und schließlich betrunken auf der Bühne lag. Der arme Engel wurde zur Weihnachtsgans degradiert.

Mit überzeugender Spielfreude verteilten die Akteure lustvolle Seitenhiebe in alle Richtungen. Sie spielten mit Schwung und Präzision und machten so den alltäglichen Dezember-Horror erlebbar. Ein besonderer Höhepunkt war zu Heiligabend das unvermeidliche "Jingle Bells", das die Familie auf Flaschen klopfte. Bei den traditionellen sauren Bratwürsten fielen die letzten Hemmungen. Die Mutter fraß, die Tochter mäkelte, der Sohn tanzte am Tisch mit den Würstchen Ballett und Amanda Hope hielt eine Lehrstunde in gutem Benehmen.

Und als die Schauspieler zum stürmischen Applaus wieder auf die Bühne kamen, spielten und sangen sie das einzig passende Lied: "Highway to Hell", aber mit dem Text "Vom Himmel hoch". Dazwischen brachten sie Verse aus den bekanntesten Weihnachtslieder unter - einfach höllisch.
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