Von Anschlägen und Prachtstücken

Den Baum bei der Sulzbacher Woizkirwa werden am Sonntag 14 fesche Paare (zwei fehlen auf dem Bild) austanzen. Sie läuten damit die hohe Zeit des "Kirwa-Dreisprungs Sulzbach-Breitenbrunn-Rosenberg" und gleichzeitig auch den Endspurt zu den Brauchtumsfesten im Stadtgebiet ein. Bild: mag
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
18.08.2015
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Das Brauchtum steht am Wochenende wieder hoch im Kurs: Von Samstag bis Montag wird am Luitpoldplatz rund um den Löwenbrunnen die Sulzbacher Woizkirwa gefeiert. Die Heimatvereine "Birgland" und "Stamm" sind dabei die Hüter der Tradition. Doch es bedeute noch viel mehr, eine Oberpfälzer Kirwa auszurichten.

Als Hauptakteure leisten die Kirwapaare am Sonntag beim Baumaustanzen des 57. Woizkirwa-Festes ihren großen Beitrag zu der weit über den Landkreis Amberg-Sulzbach hinaus bekannten Volkstumsveranstaltung.

Viele Vorarbeiten und Planungen der Kirwamoila und -boum mit Tanz- und Gesangsproben der überlieferten Rundtänze und Kirwalieder sind erledigt. Dem Austanzen am Sonntagnachmittag streht nichts mehr im Wege. Um dieses große Brauchtumsfest veranstalten zu können, ist eine gut funktionierende Arbeitsgemeinschaft von Mitgliedern des "Stamm-Vereins" und der "Birgländer" nötig. Bereits am Freitagfrüh um 9 Uhr treffen sich die Helfer und Burschen am Luitpoldplatz zum Budenaufbau. Gegen 16 Uhr ist bei der Familie Niebler in Erlheim das Bätznwaschen geplant, und um 19 Uhr trifft sich die ganze Kirwa-Gemeinschaft im Brauerei-Gasthof "Zum Fuchsbeck" zum Schlachtschüssel-Essen. Auch Gäste sind hierzu willkommen.

Baum im Haselgraben

Am Samstag um 7 Uhr geht's dann los mit dem Baumholen der Boum und Helfer im Stadtwald im Haselgraben. Das Wahrzeichen transportiert Günther Graf zum Bauhof. Dort wird der Baum geringelt und mit den Kränzen geschmückt, die die Moidln und Helferinnen binden. Am Nachmittag gegen 13.30 Uhr ziehen die Rösser von Gerhard Pickel das Gespann samt "Prachtkerl" zum Luitpoldplatz zum Aufstellen. Mit reiner Muskelkraft, versteht sich - hier wird allen Beteiligten schon allerhand Anstrengung abverlangt. Zaungäste dürfen selbstverständlich das Baumaufstellen mit verfolgen.

Sollten sich eventuelle Übeltäter am Baum vergreifen wollen, werden sie es schwer haben: Eine starke Nachtwache schützt ihn gegen denkbare Angriffe aus anderen Kirwa-Hochburgen des Sulzbacher Umlandes. Bis in die Nacht hinein übernehmen die Kirwa-Musikanten des Stammvereins die Unterhaltung der Besucher.

In der Christuskirche steht am Sonntag um 9 Uhr ein Kirchweih-Gottesdienst auf dem Programm, der von den Musik- und Gesangsgruppen der Birgländer und des Trachtenvereins mitgestaltet wird. Anschließend folgt der Frühschoppen am Kirwaplatz mit sauren Bratwürsten. Gegen 14 Uhr formieren sich die Musikanten des Stammvereins, die Boum, der Bätz aus dem Niebler-Stall und der Schubkarren samt Fassl zum Einholen der Moila. Diese feiern in den Gasthäusern "Sperber-Bräu", "Korfu" und "Bayerischer Hof", um für ihren jeweiligen Burschen eine angemessene Zeche zu hinterlassen.

Wecker im Mittelpunkt

Derweil unterhalten die Birgländer Musikanten am Luitpoldplatz die Gäste. Nach der Rückkehr des Kirwazuges wird der Baum ausgetanzt und das Oberkirwapaar durch das Klingeln eines Weckers ermittelt. Die Birgländer spielen abends zum Tanz um den Kirwabaum auf.

Zwei Höhepunkte warten am Montag zur "Noukirwa" auf die Gäste: Gegen 19.30 Uhr zeigen die "Alten" (ehemalige und verheiratete Paare), dass sie die Tänze um den Baum noch nicht verlernt haben. Danach geht's zwischen 21 und 22 Uhr mit der Baumverlosung um das Kirwa-Prachtstück selbst. Die Birgländer Musikanten liefern bis zum Ausklang des traditionellen Festes mit dem Morgensegen am Tanzpodium um 24 Uhr die passenden Klänge. (Angemerkt/Zum Thema)
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