Von Paten zu Partnern werden

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
17.06.2015
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Nette Nachbarn kommen immer wieder gerne. Vor allem ins Herzog-Christian-August-Gymnasium, das seit vielen Jahren einen Schüleraustausch mit dem tschechischen Rumburg pflegt. Seit vielen Jahren werden die Beziehungen wechselseitig mit Leben erfüllt. Beim Empfang im Rathaus gab es am Montag einen historischen Beweis der engen Bindung.

Sei es nun Völkerverständigung, Friedensarbeit oder einfach die Pflege von guten Freundschaften - die Tradition des Schüleraustauschs mit dem Gymnasium in Rumburg reicht schon längere Zeit zurück. Aktuell zeichnet Oberstudienrat Ludwig Nerb als verantwortliche Lehrkraft für das HCA verantwortlich. Zu Besuch waren 15 Schüler mit den Pädagogen Dita Hlavacová und Marek Winter.

München und Nürnberg

Die Gastgeber warten mit einem abwechslungsreichen Programm auf. Dazu gehören unter anderem eine Stadtrallye in Sulzbach-Rosenberg, Besichtigung des Rohrwerks, Besuche in München (Haus des deutschen Ostens, Rundgang) und Nürnberg (NS-Doku-Zentrum, Reichsparteitagsgelände, Altstadt) sowie Aktionen am Gymnasium. Beim obligatorischen Empfang im Rathaus-Saal übernahm Hauptamtsleiter Johann Gebhardt für Bürgermeister Michael Göth den Willkommensgruß.

Er informierte über die reiche Stadtgeschichte, dankte den Organisatoren des Schüleraustauschs und erinnerte an die vielfältigen Beziehungen zu Tschechien durch die Sudetendeutschen, die in der Herzogstadt eine neue Bleibe fanden. Zu diesen zählten auch viele Rumburger, die das gesellschaftliche Leben schon bald nach dem Krieg sehr bereicherten. Am 13. Juli 1963 proklamierte der Stadtrat die Übernahme einer Patenschaft für die Stadt Rumburg. Die Original-Urkunde hatte der Hauptamtsleiter den Schülern als sichtbaren Beweis mitgebracht.

Mit der Patenschaft bekundet Sulzbach-Rosenberg bis heute, wie es in der Urkunde heißt, "ein feierliches Treueverhältnis zur Stadt Rumburg und zu ihren im Bundesgebiet wohnhaften Landsleuten und verpflichtet sich mit dem heutigen Tage zur Pflege geistiger und kultureller Tradition, zu der sich die Bürger der sudetendeutschen Stadt Rumburg hingezogen fühlen sollen."

Bis jetzt einseitig

Bis dato sei die Patenschaft nur einseitig von Sulzbach-Rosenberg aus der Taufe gehoben. Es wäre aber auch vorstellbar, so die übereinstimmende Meinung der Gäste, dass diese Patenschaft zu einer richtigen Partnerschaft zwischen den Städten Rumburg und Sulzbach-Rosenberg werden könnte. Dazu müssten weitere Möglichkeiten ausgelotet werden, um die Verbindung zu bestärken.

"Das Gymnasium in Rumburg unternimmt in dieser Angelegenheit immer wieder Versuche. Es wäre schön, wenn man das schaffen könnte", unterstrich Lehrerin Dita Hlavacová bei der Übergabe von Informationsmaterial aus der Ecke der böhmischen und sächsischen Schweiz.
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