Von Spitznase bis Hochdruck

Heilpraktikerin Susanne Flintsch erläuterte, wie man Mangelerscheinungen und Krankheiten aus dem Gesicht ablesen kann.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
11.03.2015
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So voll war der Wagnersaal wohl noch nie wie beim Landfrauentag. An den Tischen fanden bei weitem nicht alle einen Platz. Angelockt hatte die Gäste die Erwartung, die bekannte Heilpraktikerin und Buchautorin Susanne Flintsch zu hören. Sie referierte über "Das Rezept aus dem Gesicht! Was können wir im Gesicht erkennen?"

Die Landfrauen hatten sich ein wichtiges Thema vorgenommen, das Susanne Flintsch sehr anschaulich, ohne falsche Scham vor heiklen Details und mit goldenem Humor behandelte. So unterbrach immer wieder Gelächter ihren Vortrag.

Die Beschaffenheit der Haut und bestimmte Merkmale, führte die Referentin aus, deuteten auf den Mangel einzelner Mineralstoffe hin. Man solle ein Gesicht bei Tageslicht anschauen, wenn es ungeschminkt und ausgeschlafen ist. An schlaffen Tränensäcken und einer vertrockneten Unterlippe sehe man, dass dem Körper Wasser fehlt.

Trinkhaushalt pflegen

Auch ein gesunder Stuhlgang brauche Wasser, erinnerte die Heilpraktikerin ihre Zuhörer. Ein Mensch benötige täglich pro Kilo Körpergewicht 30 Milliliter Wasser. Das müsse aber vor 18 Uhr getrunken werden, denn danach werde es nicht mehr verstoffwechselt. "Pflegt euren Trinkhaushalt!", mahnte Flintsch. Unreine Haut und Rötungen im Gesicht seien oft ein Kennzeichen von Übersäuerung. Dagegen empfahl die Fachfrau, ab Vollmond basisch zu fasten, also auf Brot, Kuchen, Kaffee, Käse und Fleisch zu verzichten und sich eine Woche lang von Obst, Gemüse und Kartoffeln zu ernähren.

Äderchen unter den Augen wiesen auf Eisenmangel hin, eine spitze Nase auf Bluthochdruck und eine gespaltene Nase auf einen schwachen Kreislauf. "Es ist ganz einfach, viel für die Gesundheit zu tun", schloss Flintsch, und zeigte auf den Büchertisch, an dem sie ihre Werke mit vielen Gesundheitsratschlägen anbot. "Ich hatte große Erwartungen an Ihren Vortrag", sagte Kreisbäuerin Brigitte Trummer, "sie sind mehr als erfüllt worden." Als Dankeschön überreichte sie der Referentin ein Präsent.

Mit Fachkräften

Nicht nur Landfrauen waren in Großenfalz versammelt, sondern auch zahlreiche Vertreter der Politik, der Verwaltung und des Bayerischen Bauernverbands (BBV). "Ich bin hellauf begeistert, dass sich in der Landwirtschaft in der Oberpfalz so viel tut, und ohne uns Frauen geht es nicht weiter", bemerkte stellvertretende Landrätin Brigitte Bachmann. Veterinär-Direktor Dr. Werner Pilz lobte, dass die Landwirtschaft hervorragende regionale Lebensmittel von allererster Qualität produziert. Das sei nur mit Fachkräften möglich, "und ohne die Landfrauen geht es gar nicht mehr".

Wichtiges Bindeglied

2. Bürgermeister Günter Koller hob die Leistungen der Landfrauen als Trägerinnen der regionalen Kultur hervor, und Willibald Götz, Leitender Direktor am Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten, betonte, dass die Landfrauen Bindeglied zwischen Verbrauchern und Landwirtschaft seien. Leider gebe es eine Entfremdung der Gesellschaft von der Landwirtschaft. Da sei es wichtig, aktiv zu informieren und Verständnis für die moderne Landwirtschaft zu wecken. BBV-Bezirksbäuerin Stilla Klein dankte den 26 000 Ortsbäuerinnen für ihr ehrenamtliches Engagement.

Preise zu niedrig

"Wir haben kein Qualitätsproblem beim Essen, sondern ein Vertrauensproblem", stellte Franz Kustner, Bezirkspräsident des BBV, fest. Hier stehe der BBV in der Verantwortung. Er ging auch auf die viel zu niedrigen Preise für Lebensmittel ein: "Alle Preise sind im Keller. Das ist nicht fair, so geht man mit hochwertigen Produkten nicht um!" Schließlich stellte sich noch Steuerberater Tobias Dirmeier von der BBV-Steuergruppe vor, der erst sein Amt angetreten hat.

Musikalisch wurde der Tag vom Landfrauenchor aus Schnaittenbach unter der Leitung von Hans Albrecht gestaltet. Die Landfrauen erbaten von den Besuchern eine Spende zugunsten der kirchlichen Familienberatung, die kürzlich im Bistum Regensburg gegründet wurde.
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