Vorbereitungen zu den Knorr-Festspielen auf Hochtouren
"Auch der Atem darf mal stocken"

Geschäftiges Treiben bei der Kostümanprobe im Schloss. Bild: ksb
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
02.07.2015
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In der Schlosskapelle herrscht geschäftiges Treiben. Menschen wuseln in farbenprächtigen Kostümen durch die geschichtsträchtigen Gemäuer. Hier fehlt noch das passende Beinkleid, da ist der Rock etwas zu lang und dort sitzt der Turban irgendwie nicht richtig. Die Nähmaschine von Sophia Ritz, stets mit Stecknadeln bewaffnet, surrt im Hintergrund ohne Unterlass.

Nymphen und Pilze

Im Palas arbeitet Michael Ritz mit Knorr von Rosenroth und Fadil, während Nymphen und Pilze im Zauberwald tanzen. Mit sperrigen Requisiten bahnen sich die Helfer ihren Weg durch das Getümmel hinaus in den Schlosshof. Es ist noch viel zu tun und die Zeit wird knapp.

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, denn vom 10. bis 19. Juli ist es wieder soweit: "Die Vermählung Christi mit der Seele" oder "Glück und Liebe auf Mallorca" aus der Feder von Knorr von Rosenroth wird von einem Ensemble aus professionellen Schauspielern, Sängern und Tänzern unter der Mitwirkung von Laiendarstellern zum Leben erweckt.

Zu sehen ist ein wahres Barock-Spektakel mit Witz und Fantasie, das die abenteuerliche Liebesgeschichte zwischen Fadil und Adibe, Mamsuh und Nasima erzählt. Auf unterhaltsame Weise zeigt sich, dass das unsichtbare Band tiefer Freundschaft und wahrer Liebe zwischen zwei Menschen weder durch Entführung, Schiffbruch, Selbstmord, rachsüchtige Geliebte noch dunkle Gestalten zerstört werden kann.

Dass die Liebe oft verworrene Wege geht und der Zufall dabei eine große Rolle spielt, bleibt unbestritten. Ob am Ende immer die Richtigen zueinander finden, wird sich zeigen.

Die Knorr-von-Rosenroth-Festspiele wollen dem Publikum Unterhaltung auf höchstem Niveau bieten. Im Vorfeld wird deshalb nichts dem Zufall überlassen; was nachher auf der großen Bühne so einfach aussieht, ist ein hartes Stück Arbeit für alle Beteiligten.

Sicherheit wichtig

So entwickelte Dörte Jensen, ihres Zeichens Spezialistin für Bühnen- und Filmkampf, eine minuziös durchgeplante Choreographie für einen Degenkampf zwischen Adibe und Dahar. "Der Umgang mit Hieb- und Stichwaffen will gelernt sein. Die Sicherheit der Schauspieler ist dabei das A und O", so Jensen, die eigentlich studierte Ärztin ist. "Darüber hinaus geht es aber natürlich immer auch darum, zu unterhalten und dem Publikum eine fesselnde Geschichte zu erzählen. Dabei darf dann auch gerne mal der Atem stocken", meint die 37-jährige Stuttgarterin.
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