Vorbild auf allen Ebenen

Mehr als 100 Gäste zeigten Interesse am Vortrag von Frater Andreas Schmidt (rechts) . Dazu gehörten (vorne von links) Bürgermeister Michael Göth, MdL Dr. Harald Schwartz, BBV-Bezirkspräsident Franz Kustner, Imker-Bezirksvorsitzender Richard Schecklmann, Bienen-Fachwart Alexander Titz und Kreisvorsitzender Andreas Royer. Bild: ge
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
29.10.2014
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Leben im Einklang mit Gottes Schöpfung. Im Benediktinerkloster Plankstetten wird dieser Grundsatz in Form des ökologischen Landbaus realisiert. Was dabei zu beachten ist und wie davon die Bienen profitieren, erläuterte Zellerar Frater Andreas Schmidt beim Kreis-Imkertag.

Zunächst regte Andreas Royer als Vorsitzender des Imker-Kreisverbandes Sulzbach-Rosenberg mit einem Impulsreferat über die gegenwärtige Situation der Bienenhaltung zum Nachdenken an. Er verwies auf viele Beeinträchtigungen für die Honigsammler, die als Motor der biologischen Vielfalt unverzichtbar seien.

Unter anderem kritisierte er den massiven Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf den Feldern, die den Insekten und vielen anderen Nützlingen den Garaus machten. "Vorschädigungen der Bienen durch die Agro-Chemie machen es den Honigsammlern um ein Vielfaches schwerer mit der Varroamilbe fertig zu werden. Da helfen auch dann die besten Behandlungsmittel nichts mehr", gab Royer zu bedenken.

Aus dem Ursprung

Die Benediktinerabtei Plankstetten mit ihrem Leitspruch "Leben aus dem Ursprung" versucht seit etwa 20 Jahren Antworten auf die wichtigen Sinn- und Wertefragen des modernen Menschen zu geben. Diese Ziele vertrat Hauptreferent Frater Andreas Schmidt als Zellerar des Klosters Plankstetten beim Kreisimkertag im Hotel-Gasthof "Zum Bartl"

Das Ziel der klösterlichen Gemeinschaft ist es, die Lebens- und Wirtschaftsweise soweit wie möglich in Einklang mit Gottes Schöpfung zu bringen. Mit der Umstellung der klösterlichen Landwirtschaft auf ökologischen Landbau zu Beginn der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts hat sich die Benediktinerabtei Plankstetten mit ihren Wirtschaftsbetrieben zu einem ökologischen Vorzeigebetrieb entwickelt.

Eigenes Klostergut

Nach der Umstellung der Landwirtschaft auf einen Bioland-Betrieb wurden die Gärtnerei und alle anderen verarbeitenden Bereiche, wie Bäckerei, Metzgerei, die Küche und auch die Klosterimkerei, auf die ökologische Wirtschaftsweise umgestellt. Von besonderer Bedeutung im ökologischen Kreislaufmodell ist das Klostergut Staudenhof.

Die dortige Landwirtschaft wurde aus der großen Zahl der Biobetriebe in Deutschland vom Bundeslandwirtschaftsministerium als bundesweiter "Demonstrationsbetrieb Ökologischer Landbau" ausgewählt. In der ersten Hälfte der 1990er Jahre nahm die Abtei Plankstetten an einem regionalen Flottenversuch teil, Autos mit Dieselmotoren auf Pflanzenöltauglichkeit umzurüsten. Diese wichtige technische Erneuerung wurde auf die Schlepper im Klostergut Staudenhof ausgeweitet.

Kurz vor der Jahrtausendwende wurde bei der Generalsanierung der Gedanke einer alternativen Energieversorgung wieder aufgenommen. Anstelle einer Heizung, die von Erdöl bzw. Erdgas abhängig ist, wurde eine Hackschnitzelheizung installiert. Verheizt werden umweltverträgliche Hackschnitzel, unter anderem aus den klostereigenen Waldbeständen.

Bioland-Richtlinien

Seit 1902 gibt es die Kosterimkerei Plankstetten die jetzt Frater Andreas Schmidt nach den Bioland-Richtlinien pflegt und betreut. 15 Bienenvölker leben derzeit in den historischen Bienenhäusern auf dem Klostergelände.

Bioland stellt höhere Anforderungen als die gesetzlichen Regelungen der Europäischen Union. "Honigbienen nehmen als blütenstete Bestäuber eine zentrale Stellung im Naturhaushalt unserer Kulturlandschaften ein. Zur Sicherstellung einer stetigen Bestäubung ist aus ökologischer Sicht und in der Verantwortung für die Natur eine flächendeckende Haltung von Honigbienen wünschenswert", so Frater Schmidt.

Bessere Qualität

Ziele der ökologischen Bienenhaltung seien: Haltung entsprechend der Biologie und dem Wesen des Bienenvolkes, Stärkung der Völker durch Maßnahmen der Betriebsweise, Qualitätssicherung und -verbesserung der Bienenprodukte.

Bei der Standortauswahl werden ökologisch bewirtschaftete oder naturbelassene Flächen bevorzugt. In der Umstellungszeit der Imkerei auf Bioland-Maßstäbe wurden Beuten, Rähmchen und Waben den Richtlinien angepasst. Die Wachsqualität müsse während der einjährigen Umstellungsphase der EG-Öko-Verordnung entsprechen.

"Die ökologische Bienenhaltung ist immer wieder eine große Herausforderung, die sich mit Leidenschaft und Liebe zu den Tieren als faszinierendes Abenteuer im Einklang mit der Natur zeigt", resümierte Frater Andreas Schmidt.
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