Vortrag "Hexenwahn und Hexenverfolgung"
Uralte Vorurteile

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
29.09.2015
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Die Volkshochschule lädt ein zu einer Vortragsveranstaltung zum Thema "Hexenwahn und Hexenverfolgung" am Mittwoch, 30. September. Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr mit einer Führung im mittelalterlichen Loch-Gefängnis unter dem Rathaus. Stadtarchivar Johannes Hartmann erläutert die Geschichte dieses Ortes.

Pflanzliche Drogen

Die Vortragsveranstaltung setzt sich mit Apothekerin Helma Koch und Pfarrer Harald Hofmann im Stadtmuseum fort. Ein weitgehend vergessener Aspekt der Hexenverfolgung ist der Einfluss von pflanzlichen Drogen.

Schätzungsweise rund hunderttausend Menschen, vor allem Frauen, wurden in Europa vom Mittelalter bis in die Neuzeit Opfer der Verfolgungen. Wegen angeblicher Zauberei, böser Beschwörung oder sexueller Ausschweifungen wurden allein im heutigen Bayern mehr als 5000 Frauen verbrannt - in katholischen und protestantischen Gebieten. Lange Zeit wurde das schwierige Thema verdrängt.

Die schier unvorstellbaren Folter- und Hinrichtungsmethoden gehören zu den dunkelsten Kapiteln der Kirchengeschichte. Bis in unsere Zeit sind uralte Ängste und Vorurteile wirksam geblieben. Seit Mitte des 16. Jahrhunderts begannen Männer der beiden großen Konfessionen einen für sie gefährlichen Kampf gegen den Hexenwahn.

Friedrich von Spee

Bekannt ist der Jesuitenpater Friedrich von Spee, der in Würzburg und Köln verurteilte "Hexen" zum Scheiterhaufen begleiten musste. Von ihm stammt das ergreifende Adventslied "O Heiland, reiß die Himmel auf", ein Lied gegen den Hexenwahn. Die "letzte Hexe Europas" wurde 1792 in Glarus in der Schweiz geköpft.
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