Vortrag über Gefäßerkrankungen bei Seniorenwoche
Kompression als gute Empfehlung

Kurzweilig und faktenreich erläuterte der Chirurg Dr. Stefan Pommer Krankheiten der Blutgefäße und ihre operative Therapie. Bild: cog
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
28.09.2015
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Gefäßerkrankungen sind die häufigste Todesursache in zivilisierten Ländern und die häufigste Krankheit im Alter. Der Saal der Ökumenischen Sozialstation war deshalb voll besetzt, als Dr. Stefan Pommer in der Seniorenaktionswoche über Krankheiten der Arterien und Venen referierte.

"Ich kann Ihnen jetzt nur einen kleinen Einblick geben", begann Dr. Pommer seinen Vortrag, "aber danach können Sie erkennen, ob Sie ein Problem mit den Blutgefäßen haben." Die Besucher hörten konzentriert zu, als der Arzt den Blutkreislauf erläuterte. "Ohne Gefäßsystem kann der Körper nicht funktionieren", betonte er.

Verschluss droht

Aber die Arterien, also die Adern, die sauerstoffreiches Blut vom Herzen in den Körper bringen, und die Venen, die Adern, die das verbrauchte Blut zurück transportieren, können krank werden. Arterien sind von der arteriellen Verschlusskrankheit betroffen, das bedeutet, dass sie durch Verkalkung immer enger werden und die Blutversorgung des dahinterliegenden Gewebes schlechter wird. Dr. Pommer empfahl Gehtraining und eine medikamentöse Therapie, um Risikofaktoren zu beseitigen. Gegen eine fortgeschrittene Arteriosklerose gibt es verschiedene chirurgische Verfahren, die der Referent humorvoll erläuterte.

Er verglich die verstopfte Arterie mit einer Weißwurst, nur dass man bei der Wurst die ausgezutzelte Pelle wegwirft, während man bei der Arterie die "Wurstmasse", also den Kalkpfropfen, herausnimmt und die "Pelle", die Ader, erhält.

Venen verkalken nicht, aber wenn die Spannkraft der Venenklappen in den Beinen nachlässt, können die Venen das Blut nicht mehr zum Herzen transportieren, es strömt zurück nach unten. Die Venen werden weiter, so dass die Klappen immer weniger schließen. Das führt dazu, dass langfristig Gewebe in den Beinen zugrunde geht.

Betroffen sind aber nur die Beinvenen, die direkt unter der Haut liegen. Den größten Teil des Blutes, nämlich 90 Prozent, transportieren andere, die im Bein zwischen den Muskeln sind. Deshalb können Krampfadern operativ abgeschnitten oder gezogen ("Stripping") werden. Die innen liegenden Venen übernehmen dann auch die übrigen 10 Prozent. Besenreiser hingegen sind ein rein kosmetisches Problem. Sie können mit einem Laser verödet werden und verschwinden dann.
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