Vortrag von Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss
Humor tief im Glauben begründet

Dekan Karlhermann Schötz, Vorsitzender des Evangelischen Männerbunds Sulzbach (rechts) und sein Stellvertreter Andreas Weber (links) überreichten Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss ein Geschenk. Bild: cog
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
04.11.2015
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Während einige seltsam verkleidete Gestalten durch die Straßen irrten, gingen die evangelischen Christen zur Kirche. Im Gemeindesaal unter der Christuskirche sprach Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss anlässlich des Reformationstags zum Thema "Luthers Humor - Von der Glaubensfreude des Reformators".

Martin Luther, so begann der Regionalbischof, sei ein tiefernster Mensch gewesen, sein ernstes Nachdenken aber die Quelle seiner Fröhlichkeit geworden. Die Erkenntnis von Gnade und Erlösung, Gottes bedingungsloser Freispruch hätten ihn frei gemacht, weil der Tod für ihn keine allzu ernste Bedrohung mehr war.

Luthers Blick ging von der Ewigkeit aus, so dass er da lachen konnte, wo andere es nicht mehr können. "Wo der Glaube ist, da ist auch Lachen", habe Luther gesagt. Für den Reformator, so Dr. Weiss, sei der Teufel der Geist der Traurigkeit. Deshalb müssten Lachen und Spott der Christen über den Spott des Teufels gehen.

Luthers Theologie, seine Befreiungserfahrung, führten dazu, dass er aus betont christlichem Humor heraus lebte. Der Reformator habe gesagt, wer überall lachen könne, sei ein wahrer Doktor der Theologie. Christen seien Schüler, bestenfalls Studenten eines Humors, der im Glauben an Gott gründet.

Es gebe einen typisch christlichen Humor, der von der Liebe Gottes gestärkt werde. Er ermögliche eine Gelassenheit, die über die Widrigkeiten der Welt hinausblicke. "Nur der Glaube ermöglicht vollkommene Freude". Dr. Weiss würzte seinen durchdachten Vortrag mit heiteren Randbemerkungen und zitierte auch manch deftiges Wort des Reformators.

Die Zuhörer im vollen Gemeindesaal applaudierten kräftig. Andreas Weber, 2. Vorsitzender des Evangelischen Männerbunds Sulzbach, dankte dem Referenten mit Lutherkeksen und -bonbons. Vorsitzender Dekan Karlhermann Schötz hob hervor, dass Dr. Weiss die tiefgründige Seite von Luthers Humors herausgearbeitet habe. Der Reformationstag sei ein Tag des Dankes und der Selbstvergewisserung, schließlich gehe die Existenz der evangelischen Kirche auf Luthers Thesenanschlag zurück. Musikalisch gestaltet wurde der Abend von den Dekanatskantoren Gerd Hennecke am Orgelpositiv und Stefanie Hruschka aus Neuburg, Chorreferentin des Bayerischen Chorverbandes, die Lieder aus der Zeit Martin Luthers sang.
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