Wahrer Reichtum im Herzen

Die Mülchbanklmuse vom Heimat- und Trachtenverein Erz- und Eisenwalzerboum spielte vortrefflich auf. Bilder: cog (3)
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
14.12.2014
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Zur Ruhe kommen, Atem holen, Kraft schöpfen, danach sehnt sich in der Vorweihnachtszeit wohl jeder. Die drei Heimat- und Trachtenvereine der Herzogstadt boten auch heuer wieder Gelegenheit dazu.

Als der Heimatverein Birgland, der Heimat- und Trachtenverein Erz- und Eisenwalzerboum sowie der Heimat- und Trachtenverein Stamm zum adventlichen Singen und Musizieren einluden, war der gotische Rathaussaal voll besetzt. Auch die Fenstersitze waren belegt, und viele Besucher mussten sogar stehen.

"Ruck ma a weng z'samm, dann wiad's scho gehn", meinte Wilhelm Ertel von den Erz- und Eisenwalzerboum, der durch den Abend führte. Die Sehnsucht nach Weihnachten, nach der erlösenden Botschaft der geweihten Nacht, ließ die Besucher kleine Unbequemlichkeiten vergessen.

Ertel trug Texte vor, die teils nachdenklich waren und teils heiter. Immer klang die Sehnsucht nach einem Advent, einer Weihnacht durch, die nicht im heute üblichen lauten Trubel unter Konsumterror ersticken, sondern das Wesentliche sichtbar machen.

Nichts gekünstelt

Die Stubenmuse und die Birgländer Sängerinnen vom Heimatverein Birgland, die Sulzbacher Stubenmuse und der Familiengesang Haberberger vom Heimat- und Trachtenverein Stamm, außerdem die Bläsergruppe und die Mülchbankl Muse der Erz- und Eisenwalzerboum sangen und spielten schlichte Weisen.

Alte Lieder und beschwingte Wintermelodien wechselten sich ab. Alles war ungekünstelt, nichts war elektronisch verstärkt. Die traditionellen Instrumente Akkordeon, Flöte, Gitarre, Hackbrett, Kontrabass und Zither ließen die Atmosphäre einer Hutzastube entstehen.

Die Besucher lauschten andächtig. Sie ließen sich verzaubern und sannen während der Instrumentalstücke über die Botschaft der Lieder und Texte nach.

"Aafbrech'n, aaf'n Weg mach'n" war das Motto des Abends, und die Zuhörer folgten den Musikanten vom Advent zum Heiligen Abend und weiter durch die Weihnachtszeit.

Keine Störungen

Zwischendurch störte kein Applaus, aber nach dem letzten Stück spendeten die Zuhörer kräftigen, langanhaltenden Beifall. Schließlich sangen die Trachtler und das Publikum gemeinsam "Leise rieselt der Schnee".

Das Adventssingen der Trachtenvereine hatte spürbar gemacht, dass der wahre Reichtum der des Herzens ist, der sich vermehrt, wenn man ihn teilt. Deshalb spendeten die Besucher am Ausgang gern für einen guten Zweck.
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