Wenn die Muschel mit dem Fisch

Über seltene Arten am Schönweiher informierte Biologe Richard Lehmeier (Zweiter von rechts) Bürgermeister Michael Göth, Landrat Richard Reisinger, Georg Dobmeier von der Unteren Naturschutzbehörde, Hans-Jürgen Strehl vom Liegenschaftsamt sowie Hans-Hermann Lier vom Fischereiverband Amberg (von links). Bild Royer
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
11.11.2015
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Der seltene Bitterling und die Große Teichmuschel sind Freunde. Sie brauchen einander, und zwar zur Fortpflanzung. Beide Arten stehen unter Naturschutz. Im Schönweiher bei Forsthof wird ihnen von einer Kooperation geholfen. Davon profitieren auch noch andere gefährdete Tiere.

Im Zusammenarbeit wollen der Landschaftspflegeverband, der Fischereiverein Amberg und die Stadt Sulzbach-Rosenberg seltenen Tieren im Schönweiher eine Heimat bieten. Die 2005 aus der Taufe gehobene Kooperation, die bestimmte Pflege- und Besatzmaßnahmen beinhaltet, wurde am Mittwoch um weitere zehn Jahre verlängert.

Hans-Hermann Lier, Chef des Fischereivereins Amberg, der sich um die Pflege des Weihers kümmert, schilderte, dass man zunächst den Weiher, der im Besitz der Stadt ist, von der in Massen vorkommenden Fischart Giebel befreien musste. Insgesamt wurden 350 Kilogramm dieser kleinen Weiherbewohner abgefischt.

Schachtelhalm raus

Sie hatten dafür gesorgt, dass sich in dem Gewässer sonst fast nichts anderes hatte halten können. Weitere wichtige Aufgabe, so Biologe Richard Lehmeier, war die Eindämmung des Schachtelhalmes sowie das Zurückdrängen des Schilfgürtels zugunsten von Freiwasserbereichen. Seither gibt es einen kontrollierten Fischbesatz zur Pflanzenregulierung. Außerdem seien Entbuschungen zum Erhalt besonnter Flachwasserzonen für die gefährdeten Laubfrösche und Knoblauchkröten umgesetzt worden.

In der neuen Phase der Kooperation, informierte Lier, wird der typische Himmelweiher mit den auf der Roten Liste stehenden Arten Bitterling (Fisch) und Teichmuschel besetzt. Zur Fortpflanzung oder Verbreitung sind beide Weiherbewohner direkt aufeinander angewiesen.

Frosch, Unke und Kröte

"Vorhanden sind hier auch Kammmolch, Gelbbauchunken, Laubfrosch und Knoblauchkröte, die im Bestand sehr schwankend sind und unter ständiger Beobachtung stehen", ergänzte Lehmeier. Immerhin sei auch die gefährdete Libellenart Speer-Azurjungfer heimisch, ob die äußerst seltene Mond-Azurjungfer noch vorkommt, ist unklar.

Bürgermeister Michael Göth und Landrat Richard Reisinger begrüßten die enge Zusammenarbeit zum Wohle der Natur, lobten den Arbeitseifer bei der Pflege und setzten umgehend ihre Unterschriften unter die Vertragsverlängerung. (Zum Thema)
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