Wie der Honig rein wird

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
22.05.2015
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Für die Imker ist jetzt die arbeitsreichste, aber auch die schönste Zeit angebrochen: Die Honigräume beginnen sich zu füllen. Und der Imker muss genau aufpassen.

Worauf jetzt zu achten ist, erläutert Hans Strehl, der Vorsitzende des Bienenzuchtvereins Edelsfeld, in einer Pressemitteilung: Die Bienen müssen genügend Raum haben und auch Arbeit, damit sie nicht schwärmen, was an sich der natürliche Fortpflanzungstrieb dieser Tiere wäre, jedoch für den Imker äußerst unangenehm ist.

Fliegt hier ja ein großer Teil des Volkes mit einem gewissen Honigvorrat aus und ist somit unter Umständen für den Imker verloren. Wenn alles richtig gemacht wurde, kann der Imker bald den ersten Bienenhonig ernten - wenn er reif ist, und das ist er mit einem Wassergehalt von unter 18 Prozent. Meist geschieht das zum Ende der Rapsblüte.

In dieser Zeit blüht es überall, und die Bienen bringen Nektar und Pollen in ihre Völker. Aber die Rapsfelder bergen auch eine Gefahr. Denn der Landwirt muss sie in der Blüte mit einem Schädlingsbekämpfungsmittel spritzen. Der Imker freut sich, wenn er sieht, dass der Bauer diese Arbeit am Abend erledigt. Denn der Einsatz des Insektizids ist nur vor und nach dem Bienenflug zugelassen. Strehl appelliert an die "schwarzen Schafe, die sich nicht daran halten", das in Zukunft zu unterlassen: "Denn auch dieses Mittel trägt seinen Teil zum Bienensterben bei und ist später im Honig nachweisbar." Hier hat der Imker keinen Einfluss mehr, ob sein Honig rein ist, er muss sich auf die Landwirte verlassen, was laut Hans Strehl größtenteils auch sehr gut funktioniert.

Die Imker rückten zuletzt dem Völkersterben mit vereinten Kräften zu Leibe, doch zeige sich: Dieses Thema ist so komplex, dass noch mehr Gruppen zusammenarbeiten müssten, um einen Erfolg zu verzeichnen. Auch die Landwirte und die Politik müssten Verbesserungsmöglichkeiten suchen - vielfältige Trachtpflanzen, neue Energiefrüchte, Subventionen für die Bienen, die von ihnen bevorzugten Pflanzen oder ihren Lebensraum etwa. "Hier gibt es noch einiges zu tun, um unseren Bienen auch in Zukunft einen Lebensraum zu bieten, und nicht nur einen Raum zum Überleben", meint Strehl.
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