Wie einst in Sulczpach

Als es noch keine Smartphones und Computer gab, spielten die jungen Sulzbacher und Rosenberger trotzdem - mit Figuren und Brettern, wie sie am Sonntag im Museum zu sehen waren. Bilder (2): cox
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
08.03.2015
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Ein "lebendiges Museum"? Was genau soll sich der Besucher darunter vorstellen? Antworten gab es am Sonntag genügend.

Vom Leben und Handwerk im Mittelalter bis zu Geschichten und Anekdoten von Maxhütte und Bergbau wölbte sich beim Sulzbacher Museumstag der Geschichtsbogen. An mehr als zehn Stationen hatten die Akteure verschiedener Vereine ihr Angebot vorbereitet. Im Erdgeschoss, der Museumsscheune, stieß der Besucher im Café auf Erzählerin Tanja Weiß. Sie entführte in die Sagenwelt Sulzbachs und ließ das Leben der Grafentochter Bertha lebendig werden.

Viel Liebe zum Detail

Während im Druckerei-Raum Andreas Schatz über Familiengeschichten-Forschung, Stammbaum und Ahnentafel Auskunft gab, hatten die Krippenbauer Wolfgang Albersdörfer, Konrad Gebert und Werner Schmidt in der Abteilung "Religiöses Leben" ihre Werkstatt aufgeschlagen. Ihre Liebe zum Detail erfordert es, dass sie sich das ganze Jahr über mit einer Darstellung des weihnachtlichen Geschehens beschäftigen. Die Bautechniken gaben sie an Besucher weiter.

Im Bereich "Bürgerliches Wohnen" demonstrierten Maria Faltenbacher und Gunda Sigl historische Stickmuster und -arbeiten. Wer die alte Webtechnik des Brettchenwebens erlernen wollte, war bei der Gruppe Manus Draconis richtig. Wie von Zauberhand entstanden bunte Musterbändchen. Ebenfalls in den Bereich der handwerklichen Künste gehörte die aufwendige Arbeit von Robert Pradler zur Herstellung von einem Wams. Unzählige Arbeitsstunden waren früher und heute notwendig, um so ein nützliches und prachtvolles Obergewand zu fertigen.

Weiter ging's im Dachgeschoss: Bei der traditionellen Methode der Lederbearbeitung werden mit Metallstempel (Punzen) Muster in das Leder eingeprägt. Die Gruppe Comitas Sulczpach demonstrierte die mühsame und langwierige Herstellung eines Ringpanzerhemdes. Ein Experte in Sachen Restaurierung von Blankwaffen ist Gernot Bock. Auch ihm durften die Besucher über die Schultern blicken, wie er die Objekte des Stadtmuseums wieder fit für Ausstellungen macht.

Ein Tee aus Rosen

Über Kräuter und Heilwissen informierte Karin Zach in der alten Löwenapotheke. Zum Verkosten gab es Lavendelplätzchen und Rosentee. Während sich die Stiber-Damen alten Brettspielen widmeten, erzählten Stefan Sigl, Peter Ostermann und Josef Rieder vom Arbeitstag der Hüttenarbeiter und Bergleute.
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