Wie in Berlin verschenkte Maxi-Cosis die Sanierung der Kastler Klosterburg verhindern

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
02.12.2014
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Seit Jahren lässt der SPD-Landtagsabgeordnete Reinhold Strobl keine Gelegenheit aus, darauf hinzuweisen, dass der Leerstand der Kastler Klosterburg kein Zustand sei. Den bayerischen Finanzminister Markus Söder bedenkt (um nicht zu sagen: traktiert) Strobl in regelmäßigen Abständen mit Briefen, in denen er ihn zum Handeln bei dieser Liegenschaft des Freistaates aufruft. Offensichtlich erzielt Strobl damit auch Wirkung.

Denn als Söder unlängst im Haushaltsausschuss in Finanzsachen Solidarität unter den bayerischen Landesteilen einforderte und Strobl mit der Frage konterte, "ob man nicht auch innerhalb Deutschlands Solidarität zeigen sollte", wusste der Minister genau, wen er da vor sich hatte. Das Protokoll der Sitzung verzeichnet jedenfalls als Söders Antwort: "Bayern zeige sich den anderen Bundesländern gegenüber durchaus solidarisch, es gebe aber Grenzen. So könnte man zum Beispiel leicht die Klosterburg Kastl in der Oberpfalz sanieren, wenn man nicht das Verschenken von Maxi-Cosis in Berlin mitfinanzieren müsste."

Diese von Söder konstruierte Zwangsläufigkeit wollte Strobl natürlich nicht so stehen lassen. Also gab er laut Protokoll "dem Minister mit auf den Weg", die Klosterburg stehe seit bald neun Jahren leer. Je länger das Gebäude nicht bewirtschaftet werde, umso mehr Kosten fielen für den Freistaat an. Etwa allein für die Heizung. Dabei lägen Vorschläge für eine Nutzung vor. "Man sollte nun endlich tätig werden, bevor das Anwesen nicht mehr reparabel sei."

Nach dem kleinen Disput zeigte sich der Schnaittenbacher Sozialdemokrat dann sogar versöhnlich und versprach - nun allerdings nicht mehr nach Ausweis des Sitzungsprotokolls, sondern laut Strobls Pressemitteilung -, "Söder auch zu loben, wenn im nächsten Jahr Leben in die Klosterburg einziehen würde - aber nur dann".
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