Wie in der Geisterbahn

Die ersten liegen schon am Boden, aber trotzdem wird munter weitergebechert: Beim Theaterprojekt "Tube" an der Walter-Höller-Realschule wurde das problematische Komasaufen inszeniert. Bild: lhc
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
02.10.2015
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Bereits zum zweiten Mal arbeitet die Agentur "Kunstdünger" mit Sulzbach-Rosenberger Realschülern an einem ernsten Thema. Nach sozialen Berufen geht es jetzt ums Komasaufen.

Die Problematik führt in eine Art Geisterbahn. Die Schülerinnen Lucy Schmidt, Franziska Alex, Elisa Prösl, Jana Jungmann, Jennifer Frank, Alina Lutter sowie ihre Mitschüler Vinzenz Stemp und Andreas Heldmann stellten einen feucht-fröhlichen Partyabend in sechs Szenen dar.

"Tube" - zu deutsch Tunnel - lautet der Name des Stücks, das Bühnen-Experte Jean-Francois Drozak und die beteiligten Schüler selbst erarbeiteten. Nach jedem Abschnitt wurde das Publikum ab der siebten Jahrgangsstufe dazu angeregt, darüber nachzudenken, wie sich die Einzelnen in der jeweiligen Situation verhalten würden. "Was würdest du jetzt tun?", fragte Drozak einige der Zuschauer ganz direkt.

Rote oder gelbe Karte

Mit einer roten Karte signalisierte man, dass man nun selbst aufhören würde, Alkohol zu trinken. Die gelbe Karte stand dafür, jemand anderen zum Aufhören zu bewegen. Die paar Bier und etwas Schnaps aus der ersten Szene, in der die Feier beginnt, stellten für die wenigsten einen Grund dar, aus dem Gruppenbesäufnis auszusteigen. Ein Trinkspiel später sind einige der Partygäste schon deutlich alkoholisierter. Einige aus dem Publikum würden jetzt aussteigen. Andere zeigen gelb.

Auf Drozaks Frage, was einer jungen Frau in solch einem alkoholisierten Zustand passieren kann, antworten die Schüler schnell mit "Belästigung" oder "Vergewaltigung". Entscheidend sei, so der Theaterpädagoge, sich im Klaren zu sein, dass man durch zu viel Alkohol die Kontrolle über den eigenen Körper abgebe.

Bis Ernst daraus wird

Weiter geht die Fahrt in der "Geisterbahn". Und das Niveau auf der Feier sinkt von Szene zu Szene, bis sich der Spaß in bitteren Ernst verkehrt. Zum Schluss droht eines der betrunkenen Mädchen nicht mehr aufzuwachen. Die Atmosphäre ist angespannt, das Stück zu Ende. Es gibt einiges zu verdauen, daher arbeiteten die Schüler das Thema mit ihrer Lehrkraft auf.
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