Wind-Boom vor dem Ende

Das Gebenbacher Windrad, das am 10. Oktober eingeweiht und dabei von vielen Gästen besichtigt wurde, dürfte eines der letzten sein, die im Landkreis in Betrieb gingen. Die vorerst letzte Genehmigung erhielten im Dezember 2013 zwei Anlagen auf dem Gebiet der Stadt Auerbach. Bild: Hartl
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
23.10.2014
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10 H - das steht für Windkraftanlagen, die das Zehnfache ihrer Höhe von der Wohnbebauung entfernt sein müssen. Dem Windrad-Zubau im Landkreis dürfte diese Regelung den Todesstoß versetzen. Zwei Hoffnungsschimmer gibt es aber noch.

Zu den 24 Windkraftanlagen, die im Landkreis bereits in Betrieb sind, dürften nicht mehr viele kommen, nachdem jetzt auch der Wirtschaftsausschuss des Landtages der 10-H-Regelung zugestimmt hat. Derzeit ist laut Christine Hollederer, der Pressesprecherin des Landratsamtes, ohnehin nur noch eine weitere Anlage im Genehmigungsverfahren.

Das Windrad vom Typ Vestas V 112 (Höhe: 196 Meter) hat die Regensburger Firma Voltgrün, ein Spezialist für erneuerbare Energien, für die Gemarkung Wutschdorf in der Gemeinde Freudenberg beantragt. Dieses Verfahren läuft aber schon seit 2013. Heuer wurde in Amberg-Sulzbach kein einziger Antrag für eine Windkraftanlage eingereicht.

Antrag aus Regensburg

Für ein weiteres Wind-Projekt liegt der Umweltabteilung des Landratsamtes aber seit 2013 ein Antrag auf Vorbescheid vor. Er kommt von der Regensburger Energie- und Wasserversorgung AG & Co KG (REWAG) und bezieht sich auf eine 199 Meter hohe Anlage Nordex N 117, die bei Steiningloh (Stadt Hirschau) entstehen könnte.

Mit einer Bewertung, inwieweit diese beiden Vorhaben noch eine Chance auf Umsetzung haben, hält sich das Landratsamt zurück. "Die würden wir grundsätzlich erst dann vornehmen, wenn der endgültige Wortlaut des Gesetzes tatsächlich bekanntgegeben wurde", sagt Christine Hollederer. Das soll etwa Mitte oder Ende November der Fall sein.

Drei ziehen zurück

Im November 2013 hatten dem Landratsamt noch drei weitere Anträge auf Vorbescheid vorgelegen: Die Firma Uhl hatte jeweils zwei Anlagen Nordex N 117 in Freihung und in Freudenberg in Planung, Voltgrün war Projektant für ein Windrad gleichen Typs bei Adlholz (Gemeinde Hahnbach). Von ihnen ist jetzt keine Rede mehr.

Weitere Windkraft-Projekte könnten also zeitnah allenfalls auf bereits genehmigten Windkraft-Konzentrationsflächen der Kommunen vorangetrieben werden. Für sie soll das neue Gesetz Bestandsschutz vorsehen. Solche Flächen gibt es laut Christine Hollederer in Auerbach (33,95 Hektar), Schnaittenbach (61,3 Hektar), Freudenberg (104 Hektar) und Edelsfeld (11,5 Hektar). Ob dort weitere Windkraftanlagen überhaupt noch Platz haben oder sinnvoll sind, könne aber nur ein Projektant exakt ermitteln.
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