"Wir setzen auf Wachstum"

Vorstand Klaus Emmerich (rechts) erläutert den Politikern von FWS und FDP die derzeit laufenden Baumaßnahmen am St.-Anna-Krankenhaus. Bild: gac
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
29.03.2015
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Fast ein Drittel der Krankenhäuser in der nördlichen Oberpfalz musste in den vergangenen zehn Jahren schließen. Warum ist das so? Und warum ist gerade das Sulzbach-Rosenberger Krankenhaus nicht betroffen? Das erfuhren Kommunalpolitiker bei ihrem Besuch im St.-Anna-Klinikum.

"Gesundheitsvorsorge ist ein Teil der Daseinsvorsorge. Darum hat der Landkreis sich bewusst gegen eine Privatisierung seiner Krankenhäuser entschieden und stattdessen das Kommunalunternehmen gegründet", erklärte Kreisrat und Verwaltungsratsmitglied Dr. Martin Pöllath (FWS) den Stadt- und Kreisräten von FWS und FDP zum Auftakt.

Neue Geburtshilfe

Zunächst stellte Vorstand Klaus Emmerich den Gästen vor Ort den Stand der Baumaßnahmen vor. Der Eingangsbereich wird attraktiver und technisch wesentlich besser ausgerüstet. die neue Caféteria ein Anziehungspunkt für Patienten und Besucher, soviel ist schon im Rohbau erkennbar. Die kleinsten Sulzbach-Rosenberger werden in der neuen Geburtshilfestation bald mit prächtigem Panoramablick auf Schloss und Altstadt zur Welt kommen. Ein komplett neuer OP-Bereich mit drei Operationssälen ist dann mit neuester Technik ausgestattet. Alle diese Verbesserungen dienen einem Ziel: Die Patienten sollen hervorragend behandelt werden, sich wohlfühlen und das Haus weiterempfehlen.

Dies ist das Kernstück der Strategie, mit der Emmerich das Überleben des St.-Anna-Klinikums sicherstellen will, obwohl die Politik gerade kleinen Krankenhäusern zunehmend die Luft abdrückt. "Die Qualitätsdiskussion ist eine Scheindiskussion. Der Zweck der steigenden Anforderungen ist, kleine Krankenhäuser, die diese Anforderungen nicht mehr erfüllen können, zur Schließung zu zwingen", erläuterte Emmerich den Politikern.

Deutschland habe insgesamt 50 Prozent mehr Krankenhausbetten als vergleichbare Länder. Dieser Überhang finde sich fast ausschließlich in den Städten, aber im ländlichen Raum würden Krankenhäuser geschlossen.

"Wir stehen dahinter"

Das Kommunalunternehmen des Landkreises Amberg-Sulzbach, das neben dem St.-Anna-Klinikum auch die St.-Johannis-Klinik in Auerbach betreibt, setze entgegen dem Trend auf Wachstum, um das Überleben der Kliniken zu sichern. Allein für den ersten Bauabschnitt in Sulzbach-Rosenberg würden über 18 Millionen Euro aufgewendet, wovon der Landkreis mehr als ein Drittel trägt.

"Die Qualitäts- und Wachstumsstrategie der Kliniken des Landkreises ist erfolgreich, das sieht man an den finanziellen Ergebnissen", erklärte Kreisrat Hans-Jürgen Reitzenstein. "Unsere Fraktion im Kreistag steht voll hinter den Krankenhäusern."
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