Wirtschaft "ist für Menschen da"

IHK-Geschäftsstellenleiter Johann Schmalzl feiert am Mittwoch seinen 60. Geburtstag. Bild: Hartl
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
24.03.2015
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Johann Schmalzl ist eines der bekanntesten Gesichter in der Amberg-Sulzbacher Wirtschaft. Zu seinem 60. Geburtstag freut er sich einerseits darüber, dass die Region "derzeit gut dasteht". Andererseits mahnt er: "Wir können uns nicht zurücklehnen."

Im Oktober 1990 hat Schmalzl bei der Industrie- und Handelskammer angefangen. Seit Juli 1991 leitet er die IHK-Geschäftsstelle Amberg-Sulzbach. Seitdem ist er auch Geschäftsführer des IHK-Gremiums und der Wirtschaftsjunioren. Wenn er über die Schwerpunkte seiner Arbeit spricht, dann landet er schnell bei einem ihm "sehr wichtigen Anliegen": der betrieblichen Berufsausbildung.

Schmalzl formuliert als Leitmotiv: "Keiner darf verloren gehen, jeder Schulabgänger braucht eine für ihn geeignete Perspektive - und mit Blick auf die demografische Entwicklung brauchen wir auch jeden." Johann Schmalzl weiß: Heute bleiben viele Lehrstellen unbesetzt, weil Bewerber fehlen. Deshalb "müssen wir alles tun, damit auch die schwächeren Schulabgänger und die Migranten so unterstützt werden, dass sie eine Ausbildung absolvieren können". Wichtigste Veranstaltung dazu sei die Ausbildungsmesse. Schmalzl hat sie einst zusammen mit den Wirtschaftsjunioren initiiert, heuer organisiert er sie zum 17. Mal. Großen Wert legt er übrigens auch auf die Zusammenarbeit der Betriebe mit der Hochschule Amberg-Weiden.

"Fast Vollbeschäftigung"

Schmalzl, der Interessenvertreter der regionalen Wirtschaft gegenüber Politik und Verwaltungen, ist mit der momentanen Situation sehr zufrieden: "Wir haben derzeit fast Vollbeschäftigung, und wichtige Unternehmen in Amberg und Sulzbach-Rosenberg investieren und schaffen weitere Arbeitsplätze." Doch Trends wie die Digitalisierung und der 3D-Druck würden nicht nur Chancen bieten, sondern auch Auswirkungen auf die Firmen haben. Schmalzl: "Wir müssen uns mit diesen Veränderungen auseinandersetzen. Dazu gehört, dass wir neugierig sind und uns auf Veränderungen einlassen. Sorge macht mir, dass immer mehr Menschen erst einmal gegen alle Veränderungen sind und grundsätzlich Bedenken erheben."

In diesem Zusammenhang führt Schmalzl ins Feld, dass "wir im Raum Amberg-Sulzbach aufgrund der demografischen Entwicklung in den nächsten 15 Jahren rund 10 000 Erwerbspersonen verlieren". Umso notwendiger sei der Zuzug von Fachkräften und Familien aus dem In- und Ausland. Qualifizierte Leute werde man jedoch nur dann für den Raum Amberg begeistern können, "wenn wir Alleinstellungsmerkmale schaffen und interessante Schlagzeilen liefern". Deshalb fordere die Wirtschaft, "dass wir bei Breitbandausbau und E-Government eine Modellregion werden".

Geht nicht nur um Zahlen

Eines dürfe man bei alledem nicht vergessen: "Wirtschaft ist für die Menschen da. Es geht in den Unternehmen nicht nur um Zahlen, sondern immer auch um die Menschen. Wenn wir uns als IHK für die positive Entwicklung der Unternehmen einsetzen, dann haben wir dabei auch die Menschen und ihre Beschäftigungsperspektiven im Auge." Gerade die inhabergeführten Familienbetriebe hätten in der letzten Weltwirtschaftskrise bewiesen, dass es ihnen um den Erhalt der Arbeitsplätze gehe. "Natürlich müssen Unternehmen Gewinne erzielen, wenn sie sich im Wettbewerb behaupten wollen", fügt Schmalzl hinzu, "aber ich sehe auch die damit verbundene gesellschaftliche Verantwortung."

Als Privatmann findet Johann Schmalzl Erholung beim Bergwandern mit seiner Frau in Südtirol oder bei seiner jährlichen Klosterwoche. Wer dem Jubilar persönlich gratulieren möchte, kann das am Mittwoch von 9.30 bis 12.30 Uhr in der IHK-Geschäftsstelle tun. Danach gibt es eine private Feier mit der Familie.
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