Wohnen in der Geschichte

Hell, modern, hochwertig ausgestattet und stilvoll in der Verbindung von alter Bausubstanz mit moderner Technik: Die 16 Wohnungen sind heiß begehrt bei Singles und kleinen Familien. Bilder: Gebhardt (3)
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
06.10.2015
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Das Haus ist fast 200 Jahre alt und jetzt kaum wiederzuerkennen: Acht geschmackvolle Wohnungen fügen sich ein in der Klostergasse 5 (Sendelbeck-Haus). Ein Musterbeispiel für private Altstadtsanierung, wie Bürgermeister Michael Göth lobte. Zusammen mit Liegenschaftsverwalter Jürgen Winter sah er sich an, was aus dem Objekt wurde, das die Stadt vor einem Jahr verkauft hatte.

20 Jahre nicht mehr bewohnt und deswegen äußerst sanierungsbedürftig - so stufte man das vermutlich 1823 erbaute Haus in der Klostergasse ein. Mehrmalige Renovierungen und Modernisierungen hatte es vorher schon erlebt. 1989 kaufte die Stadt das Objekt und übergab es ins Treuhandvermögen der Stadtbau Amberg.

Großes Interesse

Im Grundbuch stand ein Sanierungsvermerk, dennoch interessierte sich Stefan Thar von der Firma Biokons-trukt dafür. Er hat hier und in Südtirol zwei Sanierungsfirmen und ist auf biologische Materialien spezialisiert: Lehmputz, Massivholzfußböden, Wandheizung, Holzfenster.

Thar hatte mehrere Interessenten, die an seinem Projekt teilnehmen wollten. Im Mai 2014 begannen die Verkaufsverhandlungen, im Herbst wechselte das Haus den Besitzer. Dann begann die Renovierung, ebenfalls im gegenüberliegenden Haus Nummer 6 (früher Dehling-Metzger). Dort sind bereits acht Mieter eingezogen in die Appartements, die in beiden Häusern zwischen 40 und 60 Quadratmeter haben.

Erste Wohnung fertig

In Nummer 5 wird diese Woche auch die erste Wohnung an den Mieter übergeben, in den anderen sind noch Handwerker zugange. Fünf Appartements sind noch zu vermieten, aber sicher auch bald weg.

Bürgermeister Michael Göth und Jürgen Winter zeigten sich beeindruckt von der Ausstattung: Holzplatten und Lehm isolieren die Mauern perfekt, in denen sich eine effektive, von der Pelletsheizung gespeiste Wandheizung verbirgt. Hochwertige Holzfußböden, integrierte Ziegelbögen und alte Holzbalken kennzeichnen die Wohnungen, die oft eine Terrasse oder einen großzügigen Balkon besitzen. Jede hat ihren eigenen Stil, Bäder und Küchen sind schon fast überall drin. Und die alte Haustür wird saniert und bleibt drin.

Durchaus ein Ansporn

Rund 1,6 Millionen Euro Investitionssumme stecken in den beiden Objekten, und der Bürgermeister zeigte sich sehr zufrieden: "In den vergangenen drei Jahren sind acht solcher Häuser privat saniert worden", resümierte er. Stefan Thar habe daran großen Anteil - durchaus ein Ansporn auch für andere Hausbesitzer in der Altstadt.
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