"Wurstprüfung" stellt über 100 Gäste vor ein Luxusproblem
Stadtwurst für den Landkreis

Da läuft dem Verbraucher das Wasser im Munde zusammen: Stadtwurst in vier verschiedenen Ausprägungen warteten auf die Bewertung. Bild: Gebhardt
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
20.11.2014
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"Diese Veranstaltung soll mittelfristig den Landkreisball ersetzen" - bis dahin werden aber noch viele Semmeln den Ofen verlassen: Landrat Richard Reisinger setzt den Werbewert der Wurst- und Backwarenpräsentation hoch an. Die über 100 Gäste hatten ein Luxusproblem.

Alle zwei Jahre ist es soweit: Die einzige noch überlebende "Wurstprüfung" (wie sie früher hieß) in Bayern gibt den Gästen einen guten Überblick über die Erzeugnisse von Metzgern und nun auch Bäckern im Landkreis. Und der dauert schon mal drei Stunden.

Gewohnt umkompliziert hieß Landrat Richard Reisinger die Gäste in der Aula des Staatlichen Berufsschulzentrums willkommen: "Wenig Funktionäre, mehr Verbraucher" sei das Motto. Er sah den gut organisierten Verkostungstag als deutliche Werbung für die Leistungsfähigkeit des Lebensmittelhandwerks. Reisinger wies aber auch auf den großen Fachkräftemangel gerade in diesen Berufen hin. "Hier ist der goldene Boden, hier liegt die Zukunft des Handwerks", appellierte er an die Gäste, Werbung zu machen für die Meisterbetriebe.

"Der Mittelpunkt der Metzger-Ausbildung befindet sich in Sulzbach-Rosenberg", verdeutlichte Veterinärdirektor Dr. Werner Pilz den Gästen. Er erläuterte die Geschichte der Wurstprüfung seit 1948, bei der später immer mehr die Qualitätsbeurteilung im Vordergrund stand.

Das Modell bewährt sich

Beide Metzger-Innungen hätten die Frage, ob die Veranstaltung noch zeitgemäß sei, schon vor zwei Jahren klar mit "Ja" beantwortet. Frische, Vielfalt, Qualität, Regionalität, Individualität und Service stünden im Mittelpunkt.

Das neue Modell mit dem Titel "Wurst- und Backwaren-Präsentation - so schmeckt regionale Vielfalt" habe sich bewährt. Und dann ging es los: Dr. Sonja Forster, Expertin für Lebensmittel und Verbraucherschutz im Amt, moderierte die Veranstaltung, die Experten Dr. Doris Kugler, Dr. Tanja Grünewald und Dr. Werner Höbel steuerten ihr Wissen bei.

Fünf Gänge Wurstproben

Gleichzeitig präsentierten die Schüler der Berufsschule an den zahlreichen Tischen in fünf Gängen jeweils vier Wurstproben von einer Sorte. Am Anfang stand die Weißwurst, jeder Gast bekam jeweils eine halbe. Dazu gab es natürlich Brezen, ebenfalls vier verschiedenen Sorten. Die grobe Stadtwurst bildete den zweiten Gang, flankiert von diversen Kaiser-Semmel-Variationen.

Presssack mit Bauernbrot sorgte anschließend für Gesprächsstoff an den Tischen. Per Saal-Mikrofon durften viele Besucher ihre Eindrücke und Bewertungen der Sorten schildern. Tiroler mit Spitzln setzten nach der Kaffeepause den großen Reigen fort, am Ende standen Mettwurst und Mischbrot.

Ausdauer bewiesen

Die Haflinger-Musi umrahmte den strapaziösen Nachmittag, drei Wurstplatten wurden verlost, und Obermeister Herbert Hottner (Amberg) dankte am Ende den Gästen für ihre bewiesene Ausdauer.

Diese verließen die Präsentation mit dem Bewusstsein, dass kein Supermarkt die handgemachten Produkte von heimischen Metzgern und Bäckern je wird ersetzen können. Die Handwerker wiederum wissen: Der Landkreis steht hinter ihnen.
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