Zeitfenster schließt sich

Schlagartig bekannt machte im Jahr 2008 die Historische Seidel-Druckerei in Sulzbach-Rosenberg die Entdeckung der unbekannten Bildergeschichte Der Kuchenteig von Wilhelm Busch. Das Archiv der Seidel-Druckerei birgt aber noch viele weitere Schätze, die bei einem Verkauf unwiederbringlich verloren wären. Bild: Huber
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
25.05.2015
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Sorgenfalten haben sich auf die Stirn des Stadtheimatpflegers gelegt. Dr. Markus Lommer scheint die Zeit davon zu laufen. Er kämpft um den Erhalt des Seidel-Anwesens. Oder anders ausgedrückt: Das einzigartige Verlagsarchiv, die historische Druckerei und die Bibliothek - alles mit überregionaler Bedeutung - sollte schon bald in öffentlichen Besitz übergehen.

Die Eigentümer-Familie König habe ihm signalisiert, dass sie das Anwesen samt Inventar in absehbarer Zeit - sollten von der Stadt die entsprechenden Signale ausbleiben - frei veräußern oder versteigern werde, erklärte Markus Lommer beim Pressegespräch. Deshalb sei es das Gebot der Stunde, dass schnellstmöglich ein Konzept für den Erwerb gefunden werde, um das Ensemble in Gänze zu erhalten.

Wie der Experte weiter ausführt, hätten viele Fachstellen bis hin zum Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, die einzigartige Bedeutung dieser historischen Einmaligkeit erkannt und finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt. Lommer gab sich überzeugt, dass nach der entsprechenden Initialzündung durch die Herzogstadt, am Ende wirklich nur ein kleinerer finanzieller Teil für die Kommune bleiben würde.

"Wir haben alle Stellen in Regensburg, München und Berlin von der großen Bedeutung des Seidel-Ensembles überzeugen können. Jetzt geht es darum, die Stadtväter zu ermuntern, dieses Kleinod zu bewahren", merkt der mit der Materie bestens vertraute Heimatpfleger an. Es sei von allen Seiten ein positives Echo vorhanden, die Konzepte seien weit gediehen - nur der erste Anschub stehe noch aus.

Wie Lommer weiter ausführt, haben ihm die Besitzer Uschi und Michael König mitgeteilt, dass sich allmählich ein Zeitfenster zu schließen beginne, da sie aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters hier eine gewisse Zielperspektive brauchen. Bei entsprechenden Signalen, verbunden mit klaren Vereinbarungen, sei der Besitzer durchaus bereit, von einer Veräußerung abzusehen. "Nur, irgendetwas muss in dieser Richtung jetzt sehr bald geschehen."

Fatal wäre sicherlich der Verkauf oder die Versteigerung. Zur Folge hätte dies die Zerstreuung des wertvollen Inventars und Archivs. Für Sulzbach-Rosenberg und die Region wären diese bedeutsamen Materialien - dazu natürlich auch die Nutzung des Gebäudes - ganz gewiss verloren.

Absolut erträglich

Es sei deshalb jetzt notwendig, umgehend eine klare Kostenfeststellung auf den Weg zu bringen und die verschiedenen Kulturstiftungen wegen der Finanzmittel einzuschalten. Bezirksheimatpfleger Dr. Tobias Appl habe den Seidel-Saal übrigens zu seinem "amtlichen Vorzugsprojekt" erklärt. "Appl ist sich sicher, dass der Kauf des Seidel-Anwesens für die Herzogstadt am Ende absolut erträglich ausfallen würde", betonte Markus Lommer abschließend.
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