Zur Erinnerung an Günter Grass: Urmanuskript der Blechtrommel und vieles mehr
Tiefer Blick in den Pariser Koffer

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
20.06.2015
0
0
An jenem Montag im April, als die Nachricht kam, dass Literaturnobelpreisträger Günter Grass gestorben ist, war Michael Peter Hehl, dem Leiter des Literaturarchivs, und seiner für das Programm verantwortlichen Kollegin Patricia Preuß augenblicklich klar: "Wir werden ihm, der uns mit seinem 'Pariser Koffer' nicht nur das Gründungsdokument, sondern gleichzeitig eine unschätzbar wertvolle Archivale überlassen hat, eine würdige Ausstellung widmen."

Gut zwei Monate später ist jetzt das Versprechen wahr geworden: Noch bis Sonntag, 27. September, dürfen die Besucher in einem extra eingerichteten Nebenraum einen Blick auf die Inhalte des Koffers werfen. Dieser nämlich enthält nicht nur eine frühe, mit Schreibmaschine getippte Version von Grass' Jahrhundertroman "Die Blechtrommel", sondern noch ein buntes Sammelsurium an weiteren Lebenszeugnissen. Darunter befinden sich Gedicht- und Dramenentwürfe, Briefe, Übersetzungen traditionellen amerikanischen Liedguts, Fahrkarten, Wohnungsgrundrisse und vieles mehr.

Dies sind nach Angaben des Literaturarchivs allesamt Fundstücke, die ein authentisches Bild der Situation jenes in den 1950er Jahren in Paris lebenden Günter Grass abliefern, der in ein dichtes Netz von Schriftstellerkollegen wie Paul Celan oder Vertretern der Beatgeneration wie Gregory Corso verwoben ist. Der spätere Literaturnobelpreisträger pendelte oft nach Berlin, bekam Besuch von Walter Höllerer und betätigte sich neben der Schriftstellerei vor allem als bildender Künstler. Zum Altstadtfest ist das Literaturarchiv zu den üblichen Zeiten geöffnet - der Eintritt ist frei.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juni 2015 (7771)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.