Zusammenlegung ist vom Tisch

Der städtische Bauhof wird an seinem jetzigen Standort am Annabergweg bleiben. Auch hier stehen in den nächsten Jahren Sanierungen an. Bild: Gebhardt
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
01.11.2015
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Jetzt ist das Tauziehen (hoffentlich) vorbei: Mit großer Mehrheit entschied sich der Stadtrat in seiner Sitzung dafür, die Zusammenlegung von Bauhof und Stadtgärtnerei an einem neuen Standort nicht weiter zu verfolgen. Stattdessen sollen die bestehenden Gebäude saniert werden. Vorrang hat die Stadtgärtnerei.

Die Aufgabe von Architekt Werner Hedrich war es, die Kosten für einen Neubau für beide Betriebe auf "grüner Wiese" zu ermitteln. Stadtbaumeisterin Petra Schöllhorn trug die Ergebnisse vor: Im Endeffekt würden mindestens rund 8,3 Millionen Euro zu Buche schlagen - und das alles noch ohne Grundstück. "Mittel- und langfristig ist kein Geld dafür da", stellte die Stadtbaumeisterin unumwunden fest. Die Sanierungskosten der bestehenden Einrichtungen: Stadtwerke 237 000 Euro, Bauhof (altes Werkstattgebäude) 657 000 Euro, Gärtnerei (Betriebsgebäude) 757 000 Euro. Bei Bauhof und Gärtnerei käme jeweils nur ein Neubau in Frage.

Angesichts dieser klaren Zahlen verkündeten die Fraktionssprecher eine einheitliche Meinung: kein gemeinsamer neuer Standort. Dr. Stefan Morgenschweis berichtete für die CSU von durchaus kontroversen Diskussionen, verwies aber auf die eingeschränkte Leistungsfähigkeit der Stadt und andere dringende Aufgaben. Er bat aber darum, die Gärtnerei vorrangig zu sanieren, um den Mitarbeitern die Arbeitsbedingungen nicht länger zuzumuten.

Joachim Bender (SPD) sah nach der Überprüfung die Vermutungen bestätigt und formulierte noch einen Zusatz zum Beschlussvorschlag, der die Zusammenlegung ausschloss: Die Sanierung solle an den bestehenden Standorten erfolgen, Haushaltsmittel bereitgestellt werden.

Auch Hans-Jürgen Reitzenstein (FDP/FWS) signalisierte Zustimmung und setzte auf Synergie-Effekte, Peter Bruckner (FWU) sah ein, dass angesichts dieser Zahlen ein solches Projekt unmöglich sei, forderte aber auch eine engere Zusammenarbeit. Nichts Neues sah Karl-Heinz-Herbst (Grüne) in den vorgelegten Zahlen: "Das haben wir schon alles vorher gewusst!" Er hoffte, dass die Neubau-Debatte damit endgültig vom Tisch sei.

Geld schon eingeplant

Abschließend forderte Christian Steger (CSU) ein Sanierungskonzept für Bauhof und Gärtnerei, Finanz-Leiter Andreas Eckl berichtete, dass mittelfristig 500 000 Euro im Haushalt eingeplant seien. Der Stadtrat entschloss dann gegen drei Stimmen, die Zusammenlegung nicht weiter zu verfolgen und die beiden bestehenden Standorte zu sanieren, mit Vorrang für die Gärtnerei.
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