Zwei Stadträte wollen, dass Seehofer zu Aussagen steht - Landrat sieht keine "Drohung"
Für einen Generationswechsel

Günter Koller (rechts) hatte schon das Vergnügen, Horst Seehofer (Mitte) zu treffen. Dennoch findet der Stadtrat, dass der Ministerpräsident zu seinem Wort stehen sollte. Bild: Gebhardt
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
28.10.2014
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Horst Seehofer hat ja schon öfter seine Meinung geändert. Nicht umsonst nennen ihn seine politischen Gegner gerne "Drehhofer". Jetzt hat der Ministerpräsident auch eine neue Position eingenommen, was die Kandidatur für 2018 angeht. Gegenüber dem "Spiegel" sagte er: "Ich habe das große Ziel, dass wir in der CSU einen geordneten Generationenübergang hinbekommen. Aber ich wüsste auch, was ich zu tun hätte, wenn kein ordentlicher Übergang gewährleistet wäre. War das deutlich genug?" Zu den Aussagen äußerten sich auch CSU-Politiker aus der Region gegenüber unserer Zeitung.

"Mit Erstaunen gelesen"

CSU-Stadtrat Günter Koller sagt dazu: "Ich habe das mit Erstaunen gelesen, nachdem die Aussagen Seehofers ja eigentlich klar waren, dass er das nächste Mal nicht mehr antritt." Wie es dazu kam, kann sich Sulzbach-Rosenbergs 2. Bürgermeister nicht erklären: "Für mich ist das ein Stochern im Nebel, da ich nicht weiß, was intern an der Spitze abläuft."

In jedem Fall findet Koller, dass Seehofer zu seinem Wort stehen und in vier Jahren nicht mehr antreten sollte. Vor allem, wenn man genau das einmal so deutlich erklärt habe. Die CSU müsse sich viel eher glücklich schätzen, zwei solche Politgrößen wie Markus Söder und Ilse Aigner in den eigenen Reihen zu haben. Beide werden als Nachfolger Seehofers gehandelt.

Deswegen sagt Koller: "Das muss doch zu regeln sein - ohne dass es zu brutalem Hauen und Stechen kommt." Ob Aigner oder Söder, für Koller wären beide eine gute Lösung. Er bekennt aber: "Söder wäre für uns in Sulzbach-Rosenberg nicht das Allerschlechteste. Er ist an Sulzbach-Rosenberg und der Oberpfalz - bisher - näher dran als Aigner."

Landrat Richard Reisinger traut das Amt des Ministerpräsidenten beiden zu: dem Mittelfranken Söder und der Oberbayerin Aigner. "Das ist keine Frage der regionalen Herkunft, sondern der Empathie", sagt Reisinger. Für ihn sei es wichtig, als Oberpfalz sichtbar zu bleiben.

Für geordneten Übergang

Dass Seehofer von der "selbst festgesetzten Frist" abgewichen sei, hat Reisinger überrascht. Die Ankündigung, weiterzumachen, sieht der Landrat allerdings nicht als "Drohung" an. Die Aussagen des Ministerpräsidenten liest er so, dass Seehofer seine "Amtsnachfolge ordentlich regeln" möchte.

Auch CSU-Ortsvorsitzender Dr. Patrick Fröhlich plädierte dafür, dass ein geordneter Übergang ablaufen solle. Er erklärte: "Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass wir einen Generationswechsel in der CSU schaffen müssen." Ob nun Aigner oder Söder? "Beide sind gut geeignet", urteilt Fröhlich.
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