Bebauungsplan für Photovoltaikanlage am Schlackenberg kommt
Der Sonne den Weg geebnet

Der gleiche Investor, der bereits die Freiflächen-Photovoltaikanlage auf der ehemaligen Deponie unterhalb des Annabergs (Bild) betreibt, will ein ähnliches Projekt am Schlackenberg verwirklichen. Bilder: Royer (2)
Politik
Sulzbach-Rosenberg
27.01.2016
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Sonnenstrom vom Schlackenberg wünschen sich alle Fraktionen im Stadtrat. Dazu braucht es allerdings mehr als bloßes Handaufheben. Viele bürokratische und rechtliche Klippen müssen umschifft werden. Am Dienstag ging das Ratsgremium den nächstmöglichen Schritt, um Photovoltaik am Südwesthang der riesigen Halde möglich zu machen.

Die Nutzung dieses Teilbereichs sorgte in der Vergangenheit immer wieder inner- und außerhalb des Stadtrats für Gesprächsstoff. Stellenweise entwickelte sich regelrechtes Wahlkampfgezänk, da für manch Beteiligten der klare Wille zum Solarstrom nicht gänzlich durchschaubar war. Diese Zeiten sind jetzt aber vorbei: Alle Stadträte wünschen sich dort eine Photovoltaikanlage.

Bis dato sind alle Vorarbeiten der übergeordneten Stellen erledigt. Die Immobilien Freistaat Bayern (IMBY) führte eine Ausschreibung durch, um die Flächen des Schlackenberg-Südhangs zweckgebunden für eine Freiflächen-PV-Anlage verpachten zu können.

Gleicher Betreiber


Im Juli 2014 sei der Vertrag zur Errichtung mit der Schlackenberg Solar GmbH & Co. KG geschlossen worden. Diese Firma betreibt nach Angaben von Sachbearbeiter Klaus Kurz vom Stadtbauamt auch die PV-Freiflächenanlage am Fuße des Annabergs.

Wie die IMBY weiter informierte, bestünden für die vom Freistaat Bayern betriebene Sanierung an der Deponie noch Gewährleistungsfristen bei den Baufirmen. Vor deren Ablauf könne die Photovoltaikanlage nicht aufgebaut werden. Deshalb seien erste Bauarbeiten frühestens ab Mitte Juni 2017 möglich. Doch vor der Realisierung kommen nun wieder das Baugesetzbuch und der Stadtrat ins Spiel: Der künftige Betreiber bat nun die Stadt, das notwendige Bauleitplanverfahren einzuleiten, um Baurecht zu schaffen.

Alle stehen dahinter


Dem kam der Stadtrat am Dienstag einstimmig nach, indem er die Änderung des Flächennutzungs- und Landschaftsplan im südlichen Bereich der sanierten Deponie beschloss.

Anstelle eines Industriegebiets gilt künftig der Status eines "sonstigen Sondergebietes" mit der Zweckbestimmung "Photovoltaikanlage". Keine Einwände gab es auch für die Aufstellung des notwendigen Bebauungs- und Grünordnungsplanes.

AusgleichAlle Fraktionen sahen die geplante PV-Anlage als sinnvollen Beitrag für die Folgenutzung des Schlackenbergs und die Umsetzung der Energiewende. Nach Angaben von CSU-Fraktionssprecher Dr. Stefan Morgenschweis entstehe dort eine PV-Fläche, für die 500 Einfamilienhäuser mit PV-Anlagen ausgestattet werden müssten. Ausgleichsareale für den Naturschutz werden voraussichtlich nicht am Ort des Eingriffs bereit stehen. Genauere Erkenntnisse liefere dazu der Umweltbericht. (oy)
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Rene Kinderlein aus Sulzbach-Rosenberg | 28.01.2016 | 12:22  
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