Brücken-Neubau in Großalbershof sorgt erneut für Gesprächsstoff
Nicht unüberbrückbar

Die Bahnunterführung in Großalbershof sorgte in letzter Zeit für sehr viel Gesprächsstoff - mittlerweile ist sie wieder frei befahrbar. Bilder: Royer (3)
Politik
Sulzbach-Rosenberg
30.09.2016
639
0
 
"Die Wortwahl der Beteiligten ist nicht tragbar und in keiner Weise hinnehmbar - ebenso die Hartnäckigkeit, mit der dies in der Öffentlichkeit unternommen wird." Zitat: Bürgermeister Michael Göth

Was ein paar Zentimeter zu wenig so alles anrichten können: Im Rathaus herrschte jetzt dicke Luft wegen der zu klein geratenen Bahnunterführung in Großalbershof. Einige Stadträte waren mit den Korrekturen am Bauwerk nicht einverstanden - und ruderten dann doch zurück.

Der Katzenjammer war groß, als sich im Juni herausstellte, dass der Linienbus nicht mehr durch die neue Bahnbrücke in Großalbershof passt. Die Durchfahrt war nur noch 3,41 Meter hoch, statt 3,68 Meter wie früher. Um kurzfristig Abhilfe zu schaffen, kamen Deutsche Bahn und Stadt überein, die Fahrbahn abzusenken. Die Arbeiten dazu laufen (wir berichteten). Die Fraktion der Freien Wähler Umland (FWU) äußerten nun bei einem Ortstermin heftige Kritik an Ausführung und Überwachung der Korrekturarbeiten. Stadtrat Peter Bruckner brachte das Thema deswegen im Stadtrat aufs Tapet.

Baustelle der Bahn


Nach Meinung der FWU reichten die vorgesehenen Änderungen nicht aus. So müssten die Böschungswinkel und die Radien der abgesenkten Fahrbahn außerhalb der Brücke weitläufiger angelegt werden. Bürgermeister Michael Göth nahm das Thema zum Anlass, um vor allem auf die Vorwürfe einzugehen, die bei dem FWU-Ortstermin geäußert wurden. "Die Wortwahl der Beteiligten ist nicht tragbar und in keiner Weise hinnehmbar - ebenso die Hartnäckigkeit, mit der dies in der Öffentlichkeit unternommen wird", sagte Göth. Die FWU-Stadträte hatten unter anderem bemängelt, dass sich bei den regelmäßigen Baustellenbesprechungen angeblich keine Verantwortlichen der Stadt sehen ließen.

Der Rathauschef hingegen attestierte allen städtischen Mitarbeitern auf den Baustellen der Stadt einen hervorragenden Job und lobte deren Einsatz ausdrücklich. Göth verwies zudem mit Nachdruck darauf, dass es sich beim Brückenneubau um keine Baustelle der Stadt handle, sondern um eine Vorhaben der Bahn.

Die Wortwahl der Beteiligten ist nicht tragbar und in keiner Weise hinnehmbar - ebenso die Hartnäckigkeit, mit der dies in der Öffentlichkeit unternommen wird.Bürgermeister Michael Göth

Zu sämtlichen Terminen an der Baustelle seien immer alle auch beruflich betroffenen Personen eingeladen worden. Dort hätten etwaige Änderungswünsche auch vorgetragen werden können. "Ich würde auch gerne wissen, welcher Termin und welches Baustellen-Jour-Fix gemeint ist, an dem kein Mitarbeiter des Bauamtes dabei gewesen sein soll." Göth erwähnte zudem aus dem Beschluss-Buch zur Stadtratssitzung im August 2014, dass zu diesem Brückenneubau auch von den anwesenden FWU-Räten keinerlei Änderungswünsche im Gremium gestellt wurden - auch nicht zum kritisierten Fahrbahnteiler in Richtung Iber. An die Freiberufler und Selbstständigen unter den Stadtratsmitgliedern richtete Göth die Aussage, dass deren Arbeit in den Betrieben und Firmen von jedermann geschätzt werde. Deshalb wünschte er sich, dass man künftig eine Wortwahl in der Öffentlichkeit treffe, die die Arbeit der städtischen Mitarbeiter wertschätze. Zur Entkräftung der Kritikpunkte der FWU verlas der Bürgermeister ein Schreiben der Bahntochter DB-Engineering, in dem angeführt werde, dass ein ausreichendes Längs- und Quergefälle vorhanden sei. Nur optisch könne in Nord-Süd-Blickrichtung ein anderer Eindruck (Wannenausbildung) entstehen.

So nicht gesagt


FWU-Sprecher Peter Bruckner betonte in seiner Antwort, dass niemand angegriffen werden sollte. Er distanzierte sich von den Äußerungen beim Ortstermin, über die die SRZ berichtet hatte. Von seiner Fraktion seien entsprechende Aussagen, mit denen Mitarbeiter der Stadtverwaltung in Misskredit gezogen werden sollten, so nicht getroffen worden. "Sollte ein anderer Eindruck entstanden sein, entschuldige ich mich dafür. Das ist nicht unsere Art. Wir wollten hier nur Änderungen erreichen, um vernünftig durchfahren zu können", merkte Bruckner an.

Sollte ein anderer Eindruck entstanden sein, entschuldige ich mich dafür. Das ist nicht unsere Art. Wir wollten hier nur Änderungen erreichen, um vernünftig durchfahren zu können.FWU-Fraktionssprecher Peter Bruckner
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.