Gesundheitsamt: Regeln zum Jugendschutz gelten auch in der Festsaison 2015 - Veranstalter muss ...
Wer unter 18 ist, hat in der Bar nichts verloren

Politik
Sulzbach-Rosenberg
14.03.2015
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Die Regelungen für den Barbetrieb auf Festen gelten auch im Jahr 2015. Das betonen Landratsamt und Gesundheitsamt in einer gemeinsamen Presseinformation. "Nachdem 2014 mancherorts der Eindruck entstand, die seit Jahren laufende Aktion werde nicht mehr so beachtet, werden die Festveranstalter aufgerufen, den Jugendschutz auch heuer ernst zu nehmen, um damit auch unangenehmen Kontrollen vorzubeugen", formuliert darin Christine Hollederer, die Pressesprecherin des Landratsamtes..

Deshalb lädt der Arbeitskreis Jugendschutz des Suchtarbeitskreises die Fest- und Kirwaveranstalter zu zwei Infoabenden ein: am Montag, 23. März, um 19 Uhr im Rathaussaal in Sulzbach-Rosenberg und am Dienstag, 21. April, um 19 Uhr im Amberger Jugendzentrum. Vertreter der Polizei, der Jugendämter und des Suchtarbeitskreises erläutern die Regelungen für den Barbetrieb sowie gesetzliche Vorgaben zum Jugendschutz bei Festen.

Wichtigster Punkt ist laut Hollederer, dass zum abgegrenzten Barbereich nur Erwachsene Zutritt haben, keine Spirituosen von dort herausgebracht werden dürfen und es außerhalb der Bar keinen Schnapsausschank gibt. Infoblätter nennen die Ansprechpartner für Fragen dazu.

Nachdem es öfter Nachfragen gab, welche Möglichkeiten der Veranstalter hat, die Jugendschutzbestimmungen durchzusetzen, liefert das Landratsamt einige Klarstellungen:

• Das Jugendschutzgesetz regelt die Dauer des Aufenthalts von Jugendlichen und den Ausschank von alkoholischen Getränken an Jugendliche in Gaststätten und bei Festen. Veranstalter können für ihr Fest aber durchaus auch strengere Maßstäbe setzen. "Maßnahmen zur Trinkanimation für alkoholische Getränke - Happy Hour, Flatrate-Saufen, Ladies Night - haben keinen Platz auf Festen in der Region", heißt es.

• Sind Personensorgeberechtigte - in der Regel sind das die Eltern - beim Fest anwesend, kann dieser Jugendliche auch länger bleiben, als es das Jugendschutzgesetz ohne Begleitung zulassen würde. Die Rolle des Elternteils kann auch ein von ihnen beauftragter Erwachsener einnehmen. Der Veranstalter hat die Möglichkeit, derartige schriftliche Erziehungsbeauftragungen anzuerkennen, kann diese aber sowohl in Einzelfällen als auch generell ablehnen.

• Ist eine Veranstaltung auf Erwachsene über 18 Jahre beschränkt, so ist es generell nicht möglich, Jugendliche einzulassen, auch nicht mit Erziehungsbeauftragung. Grundsätzlich besteht für Jugendliche nicht die Möglichkeit, in den Barbereich zu kommen, auch dann nicht, wenn Personensorgeberechtigte oder erziehungsbeauftragte Personen dabei sind. Festveranstaltern steht für ihre Fest das gleiche Hausrecht zu wie jedem Gastwirt. Es können klare Anweisungen bis hin zum Festverweis ausgesprochen werden.

• Wichtig ist, dass die Jugendlichen keine harten Getränke mit zu den Festen bringen und die Eltern die Abholzeiten nach den Vorgaben des Jugendschutzgesetzes richten. Sofern der Veranstalter einer Tanzveranstaltung ein anerkannter Träger der Jugendhilfe ist, gilt, dass Kinder unter 14 Jahren Feste um 22 Uhr zu verlassen haben, Jugendliche unter 18 Jahren um 24 Uhr.

Ist der Veranstalter kein anerkannter Träger der Jugendhilfe, können Jugendliche ab 16 Jahren ohne personensorgeberechtigte oder erziehungsbeauftragte Begleitperson bis 24 Uhr bleiben. Jugendliche unter 16 haben dann alleine keinen Zutritt.
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