Grüne und ÖDP besuchen St.-Anna-Krankenhaus
Kampf gegen das Kliniksterben

Für den Besuch im St.-Anna-Krankenhaus taten sich Grüne und ÖDP zusammen. Von links Michael Birner (ÖDP), Krankenhaus-Vorstand Klaus Emmerich, die grünen Kreistagsmitglieder Yvonne Rösel, Stefan Lindenberger, Karl-Heinz Herbst, Marianne Mimler-Hofmann, Stadträtin Gaby Mutzbauer (Grüne) und Kreisrat Alfons Lobinger (ÖDP). Bild: hfz
Politik
Sulzbach-Rosenberg
17.12.2015
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Auf die große Politik ist Klaus Emmerich nicht sonderlich gut zu sprechen. Mit den Vertretern der kommunalen Ebene versteht sich der Vorstand des Kommunalunternehmens Krankenhäuser im Landkreis Amberg-Sulzbach besser.

Kreistags- und Stadtratsmitglieder von Bündnis 90/Die Grünen sowie der ÖDP besuchten gemeinsam das St.-Anna-Krankenhaus. Klaus Emmerich führte sie durch die neu sanierten Gebäudeteile. Der Eingangsbereich mit Com-Center, die Cafeteria und die Entbindungsstation sind bereits fertig.

Quasi am "offenen Herzen" läuft die Sanierung des OP-Bereichs. Die Qualität der Patientenversorgung bleibe dank vorübergehender Operationssäle in Modulbauweise erhalten. Dazu würden Eigenmittel eingesetzt. "Der Landkreis unterstützt alle diese Maßnahmen mit größter Anstrengung, obwohl das eigentlich die Aufgabe des Freistaats sein sollte", fügte Emmerich hinzu.

Eine neue Küche soll es auch noch geben, obwohl Fördergelder für dieses Projekt nicht zur Verfügung stünden. "Die Qualität unserer Häuser darf nicht sinken, denn es geht um die ärztliche Versorgung der Patienten im ländlichen Raum", argumentierte der Vorstand. Deshalb setzten das St.-Anna-Krankenhaus und die St.-Johannes-Klinik in Auerbach alles daran, mit Zertifikaten ihre Qualität herauszustreichen.

Schon lange herrsche ein Überlebenskampf der Krankenhäuser im ländlichen Raum: "Seit 1997 sind fünf von 16 Häusern in der nördlichen Oberpfalz geschlossen worden. Und das soll noch so weitergehen!" Emmerich sprach von einem unverantwortlichen Verhalten der Politik, die mit knallhart kalkulierten Schlüsselzuweisungen kleinen Krankenhäusern das Messer auf die Brust setze. Provokant fragte er: "Ist der Politik Leben und Gesundheit noch etwas wert?"

Gegen das "Kliniksterben in ländlichen Regionen Deutschlands" - so heißt sein neues Buch - wehrt er sich zusammen mit Belegschaft und Personalrat mit Aktionen wie der "Aktiven Mittagspause". Die Unterstützung ihrer Fraktionen sicherten ihm Michael Birner (ÖDP) und Marianne Mimler-Hofmann (Grüne) zu.
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