Infogespräch zum Thema Wasser
Zwei ergiebige Brunnen sprudeln

Die Grünen sind einig, dass alle Anstrengungen unternommen werden müssen, um die Versorgung mit unbelastetem Wasser als kommunale Aufgabe für viele weitere Generationen zu gewährleisten. Von links: Karl-Heinz Herbst, Yvonne Rösel, MdL Jürgen Mistol, Gaby Mutzbauer von Bündnis 90/Die Grünen und Stadtwerke-Leiter Roland Kraus. Bild: hfz
Politik
Sulzbach-Rosenberg
12.11.2016
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Beim Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen ging es um ein besonderes Element. Landtagsabgeordneter Jürgen Mistol referierte zum Thema "Wasser - unser Lebensmittel Nummer 1". Die Versorgung mit Wasser sei etwas Alltägliches und Notwendiges für jeden Menschen, betonte er. Deshalb sei es wichtig, die Qualität des Grund- und Trinkwassers zu erhalten.

Mistol ging anhand amtlicher Daten und Zahlen auf die Quellen, die Verwendung und die Gefährdungen des bayerischen Trinkwassers ein. "Vor allem Nitrat und Pestizide, aber auch der Stickstoffeintrag durch die Landwirtschaft gefährden das Trinkwasser in Bayern." Auch Fracking nannte der Grünen-Politiker als potenzielle Gefährdung. Ferner habe Bayern im Vergleich zu anderen Bundesländern einen geringen Anteil an Wasserschutzgebieten.

CSU "rücksichtslos"


Auch der immense Flächenfraß der vergangenen Jahre reduziere das Grundwasser. "Wenn allein in Bayern eine Fläche so groß wie der Chiemsee jährlich versiegelt wird, geht das natürlich zu Lasten des Grundwassers." So kritisiert Mistol das "rücksichtslose Handeln der CSU-Regierung, "das mit der Lockerung des Anbindegebots sogar noch eine Steigerung des eklatanten Flächenverbrauchs in Bayern zur Folge haben kann." Abschließend ging er auf die Kernforderungen der Grünen ein, die auch die Ablehnung einer Privatisierung der Wasserversorgung, die bei den TTIP-Verhandlungen eine Rolle spielt, enthalten.

Wasserqualität erhalten


Im Anschluss erläuterte Roland Kraus, Leiter der Sulzbach-Rosenberger Stadtwerke, die laufenden Maßnahmen und die weiteren Möglichkeiten zum Schutz und Erhalt der Wasserqualität im Stadtgebiet. Mit den beiden Versorgungsgebieten Haselgraben und Breitenbrunn mit insgesamt drei Brunnen beliefert die Stadt derzeit über 18 000 Personen mit durchschnittlich 120 Liter Wasser pro Tag.

"Wir verfügen über sehr ergiebige Brunnen deren Einzugsgebiet sich vorwiegend im Waldbereich befindet", erläutert Kraus. Deshalb ergäbe sich kaum Belastung durch Pestizide und Düngemittel.

Viele Teile Bayerns und der Oberpfalz werden nach aktuellen Prognosen bald große Probleme mit der Erhaltung der Trinkwasserqualität haben. Vielerorts werden deshalb Wasseraufbereitungsanlagen und Filtersysteme unabdingbar werden, was sich wiederum auf den Wasserpreis für den Verbraucher niederschlägt, erklärte Kraus. Damit bei uns noch lange die gute Qualität erhalten bleibt, mahnt Kraus zum nachhaltigen Umgang mit dem Wasser als dem wichtigsten Lebensmittel. "Auch viele Kleingärtner können dazu beitragen, wenn diese auf die Anwendung von Unkrautvernichtern verzichten würden."
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